ELStAM https://www.buchhalterprofi.de/ de ELSTAM – der Countdown läuft https://www.buchhalterprofi.de/node/141 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">ELSTAM – der Countdown läuft</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Nach jahrelangem Gezerre wurde nun im Januar 2013 mit der elektronischen Übermittlung der Lohnsteuerabzugsmerkmale für die Arbeitnehmer begonnen. Der Gesetzgeber hat allerdings den Arbeitgebern freigestellt, wann sie erstmals mit den elektronisch übermittelten Daten arbeiten. Allerdings muss mindestens ein Monat – also der Dezember 2013 – mit den ELSTAM gearbeitet werden. Darüber hinaus gibt es keine Schonfrist mehr!</p> <p>Mit dieser langen Übergangsphase sollten alle Arbeitgeber die Möglichkeit haben, sich langsam an die Thematik heranzutasten, die Daten zu prüfen und sogar bei Abweichungen oder technischen Problemen, den gemeldeten Starttermin nochmal bis zu sechs Monate verschieben zu können. Daher sollte diese Zeit sinnvoll genutzt und nicht „im letzten Moment“ gestartet werden.</p> <h3>Ablauf der ELSTAM</h3> <p>Die Datenübermittlung an das Finanzamt erfolgt mit dem Elster-Zertifikat, das bereits seit Jahren für die Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigungen zwingend notwendig ist. In der Regel kann mit dem vorhandenen Zertifikat weitergearbeitet werden. Ist das Zertifikat schon älter, kann es allerdings zu Problemen bei der Datenanmeldung kommen, da dies ein speziell für die ELSTAM-Daten notwendiges Merkmal nicht aufweist. In diesem Fall ist es notwendig, ein neues Zertifikat zu beantragen.</p> <p>Bei der ersten Übermittlung der Daten, wird dem Finanzamt mitgeteilt, dass der Arbeitgeber mit der entsprechenden Steuernummer ab dem Übermittlungsdatum mit den ELSTAM arbeitet. Gleichzeitig werden von den Mitarbeitern die Namen, das Geburtsdatum, die Steuer-Identifikationsnummer und die Info, ob es sich um eine Haupt- oder Nebenbeschäftigung handelt, übermittelt.</p> <p>Bis zu fünf Tagen kann es dauern, bis die Finanzbehörde die angeforderten Daten mittels eines Datensatzes zurücksendet. Diese Datenmeldung ist vergleichbar mit den Rückmeldungen der Krankenkassen, die seit einigen Jahren vermehrt genutzt werden und sicherlich bereits bekannt sind. Wie der Versand der Daten, erfolgt auch das Einlesen über die Lohnsoftware.</p> <p>Der Arbeitgeber hat nun die Pflicht, mindestens einmal monatlich die ELSTAM für seine Mitarbeiter abzufragen, um mögliche Änderungen berücksichtigen zu können. Liegen keine Veränderungen der Steuerdaten vor, erhält der Arbeitgeber eine Rückmeldung mit dem Hinweis, dass keine Daten vorliegen. Für neue Mitarbeiter müssen die ELSTAM wie bei der Erstanmeldung angefordert werden.</p> <h3>Wichtige Vorarbeiten</h3> <p>Um möglichst richtige Daten von den Finanzbehörden zu erhalten, sind einige Vorarbeiten wichtig:</p> <ul><li>Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Mitarbeiter über den Start der ELSTAM informiert werden. Das kann durch eine Beilage oder einen Text auf der Lohnabrechnung geschehen.</li> <li>Die Mitarbeiter sollten informiert werden, dass die Freibeträge, die aus den vorangegangenen Jahren stammen, nicht mehr gültig sind und unbedingt neu beantragt werden müssen.</li> <li>Da der Versand der Daten in der Regel aus der Lohnsoftware erfolgt, muss geprüft werden, ob bei allen Mitarbeitern das Geburtsdatum und die Steuer-Identifikationsnummer hinterlegt sind.</li> <li>Außerdem muss in irgendeiner Form (hier weicht jede Software etwas ab) hinterlegt sein, ob es sich bei dem Beschäftigungsverhältnis um eine Haupt- oder Nebenbeschäftigung handelt. Wird bei der Datenübermittlung der Mitarbeiter mit Nebenbeschäftigung gemeldet, sendet das Finanzamt ausschließlich die Steuerklasse VI zurück!</li> <li>Mitarbeiter, die nicht anhand der persönlichen Steuermerkmale abgerechnet werden, müssen vom ELSTAM-Verfahren ausgeschlossen werden. Wie diese Einstellung erfolgt, ist in jeder Software etwas anders. Betroffen sind zum Beispiel Minijobber, die mit 2% pauschal versteuert werden oder kurzfristig Beschäftigte die mit 25% pauschal versteuert werden. Auch Grenzgänger mit entsprechender Befreiung des Heimatlandes sind davon ausgeschlossen.</li> </ul><p>Die sorgfältige Pflege der Daten ist ausschlaggebend für eine korrekte Rückmeldung!</p> <h3>Die Daten sind eingelesen – und dann?</h3> <p>Meldet das Finanzamt die Daten zurück, müssen sie mit den vorliegenden Daten abgeprüft werden. Weichen die Daten ab, besteht die Möglichkeit, die Verwendung der Daten bis zu drei Monate zu verschieben. Der Mitarbeiter hat nun Zeit, sich mit dem Finanzamt in Verbindung zu setzen und anhand der entsprechenden Anträge seine gespeicherten Lohnsteuermerkmale ändern zu lassen.</p> <p>Erfahrungsgemäß sind folgende Sachverhalte häufige Fehlerquellen für falsche Daten:</p> <ul><li>Steuerklassenänderung von IV / IV auf III / V oder umgekehrt,</li> <li>Freibeträge und Hinzurechnungsbeträge fehlen,</li> <li>Kinderfreibeträge unrichtig, vor allem, wenn ein Kind volljährig geworden ist und sich noch in Berufsausbildung befindet,</li> <li>Steuerklasse II wird meistens zur Steuerklasse I,</li> <li>Steuerklassenwechsel bei Heirat / Scheidung / Trennung in den letzten drei Jahren.</li> </ul><p>Eine Korrektur kann nur über einen schriftlichen Antrag beim Finanzamt erfolgen.</p> <p><strong>Wichtig!</strong><br /> Die Rückstellung der Daten um drei Monate ist nur bis Dezember möglich. Wer den Start also noch länger hinauszögert, hat unter Umständen weniger Zeit für die Kontrolle der Daten und die Korrekturanträge der Mitarbeiter beim Finanzamt. Um den Mitarbeiter keinen finanziellen Schaden wegen falscher Steuerklassen zuzufügen, sollte also mit dem Start der ELSTAM nicht mehr lange gezögert werden.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">So., 20.10.2013 - 16:36</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=141&amp;2=comment&amp;3=comment" token="yeVoi7hyE5wgtqWutKPWCkSUemYGk2jLh1Z182UA2Yg"></drupal-render-placeholder> </section> Sun, 20 Oct 2013 14:36:31 +0000 Thilo Klemm 141 at https://www.buchhalterprofi.de https://www.buchhalterprofi.de/node/141#comments Änderungen 2013 – auf dies müssen Sie achten https://www.buchhalterprofi.de/node/114 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Änderungen 2013 – auf dies müssen Sie achten</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Nachdem sich die Gesetzgeber Ende 2012 nicht auf die Einzelheiten des seit langem geplanten Jahressteuergesetzes einigen konnten, stehen viele – mehr oder weniger wichtige – Änderungen immer noch offen. Es bleibt wohl abzuwarten, wann und ob hier Einigung zu verschiedenen Punkten erreicht wird.</p> <p>Obwohl diese große „Welle“ erst einmal verebbt ist, wurden dennoch zahlreiche Gesetzesänderungen verabschiedet, die sich steuerlich für den Einen oder Anderen auswirken.</p> <h3>ElStAM – nun ist sie da, die „elektronische Lohnsteuerkarte“</h3> <p>Nach langen Vorbereitungen wird die sogenannte „elektronische Lohnsteuerkarte“ endgültig in diesem Jahr eingeführt. Langsam und in Abstimmung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, soll das passieren; zu groß ist das Risiko, dass Arbeitnehmer aufgrund falsch übermittelter Lohnsteuerabzugsmerkmale am Monatsende eine falsche Lohnabrechnung und eventuell zu wenig Geld erhalten.</p> <p>Die Arbeitgeber können selbst wählen, wann sie beginnen wollen, mit den ElStAM zu arbeiten. Der Dezember muss allerdings mit den elektronischen Daten abgerechnet werden. Der Arbeitgeber meldet sich, nachdem er sich dazu entschieden hat damit zu arbeiten, auf dem elektronischen Weg bei der Finanzbehörde und fordert die Lohnsteuerdaten für seine Arbeitnehmer an. Diese erhält er ebenfalls auf dem elektronischen Weg binnen 5 Tage zurück. Der Arbeitgeber hat die Verpflichtung, monatlich eine Abfrage beim Finanzamt zu stellen, ob sich hinsichtlich dieser Steuermerkmale eine Veränderung ergeben hat.</p> <h3>Elektrofahrzeuge werden stärker gefördert</h3> <p>Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, in Bezug auf Elektrofahrzeuge eine herausragende Stellung im internationalen Vergleich zu erreichen. Aus diesem Grund wurde die steuerliche Förderung von Elektrofahrzeugen ausgeweitet und verlängert. Kamen in der Vergangenheit lediglich Elektro-PKW´s in den Genuss einer Steuerbefreiung, so wurde diese Einschränkung nun aufgehoben und auf alle Fahrzeugklassen ausgedehnt. Über diese Steuervergünstigung können sich nun Inhaber solcher Fahrzeuge 10 Jahre, statt vorher 5 Jahre freuen.</p> <p>Als zusätzlicher Bonus greift diese Steueränderung für Erstzulassungen ab 18.05.2011.</p> <h3>Spendennachweise – ab 2013 einfacher</h3> <p>Die Voraussetzung, Spenden steuerlich geltend zu machen, ist unter anderem daran gebunden, dass eine entsprechende Spendenbescheinigung vom Spendenempfänger vorliegt. §50 EStDV wurde bereits seit einigen Jahren dahingehend geändert, dass das Verfahren in einigen Fällen vereinfacht werden kann. Für Beträge bis 200 € reicht neben dem Barbeleg auch der Kontoauszug, wenn daraus der Spender und der Zahlungsempfänger eindeutig hervorgeht. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Zahlungsempfänger den entsprechenden Nachweis elektronisch an die Finanzbehörden senden.</p> <p>Diese Möglichkeit des vereinfachten Zahlungsnachweises wurde nun ausgeweitet. Für den Spender entfällt nun das Sammeln und Einreichen der Belege.</p> <h3>Vereinfachung bei der Veranlagung von Ehepartner</h3> <p>Gab es in der Vergangenheit die Zusammenveranlagung und die getrennte Veranlagung, so wurde letztere ab 2013 durch die Einzelveranlagung abgelöst. Diese wird nun unterschieden in Grundtarif, „Verwitweten-Splitting“ und „Sonder-Splitting“.</p> <p>Darüber hinaus können die Veranlagungsarten von den Eheleuten nach dem Eintritt der Unanfechtbarkeit des Steuerbescheides nicht mehr geändert werden. Dies war bis 2013 nicht so. Ein Wechsel war weit über diesen Zeitraum hinaus noch mehrfach möglich.</p> <h3>Steuerberatergebühren werden erhöht</h3> <p>Die Kosten, die Steuerberater für Ihre Leistungen berechnen dürfen, sind in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) geregelt. Diese wurde 1998 zuletzt angepasst, weshalb eine Änderung durchaus nachvollziehbar ist. Die Veränderungen sind unterschiedlich hoch. Laut Aussage der Behörden muss mit einer Erhöhung von durchschnittlich 5% gerechnet werden.</p> <h3>Und einiges steht noch offen …</h3> <p>Nachdem das Jahressteuergesetz, wie bereits oben erwähnt, Ende 2012 im Bundesrat gescheitert war, stand Mitte Januar nun endgültig fest, dass auch der eingesetzte Vermittlungsausschuss keine Einigung herbeiführen konnte.</p> <p>Die Regierung versucht nun, einige Gesetze in separaten Verfahren durchzusetzen, um zumindest sehr wichtige, oder eher einfache oder lediglich bürokratische, Veränderungen auf den Weg zu bringen. Es bleibt also abzuwarten, was in 2013 noch an Gesetzesänderungen verabschiedet wird.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Di., 05.02.2013 - 15:40</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=114&amp;2=comment&amp;3=comment" token="M_b41FhfcGGV_51pqf4pLN8DiPzm8PwIWBx7oPidUEw"></drupal-render-placeholder> </section> Tue, 05 Feb 2013 14:40:56 +0000 Thilo Klemm 114 at https://www.buchhalterprofi.de Neuerung in der Lohnbuchhaltung ab 2013 https://www.buchhalterprofi.de/node/113 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Neuerung in der Lohnbuchhaltung ab 2013</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Wie jedes Jahr, wurden auch für 2013 wieder einige steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Veränderungen beschlossen. Der Gesetzgeber hat sich zwar bei einigen Themen Ende des Jahres 2012 nicht mehr fristgerecht entscheiden können, einiges wurde jedoch mittlerweile aufgeholt. Die wichtigsten Punkte hinsichtlich der Lohnbuchhaltung sollen hier zusammengefasst werden.</p> <h3>ElStAM – jetzt geht’s (endlich) los</h3> <p>Die Ablösung der Lohnsteuerkarte durch die ElStAM wird nun endgültig im Jahr 2013 umgesetzt. Den Arbeitgebern wird die Möglichkeit gegeben, selbst zu entscheiden, wann Sie mit dem elektronischen Verfahren beginnen wollen. Als spätester Termin gilt die Abrechnung Dezember 2013.<br /> Die Finanzbehörden raten davon ab, gleich im Januar umzustellen. Gleichzeitig sollte man keinesfalls bis Ende des Jahres warten. Wann der beste Zeitpunkt ist, sollte jeder selbst entscheiden. Auf jeden Fall ist eingehend zu prüfen, welche Vorarbeiten durchgeführt werden müssen, z.B. Stammdaten abgleichen, Mitarbeiter informieren, Mitarbeiter unterstützen, falsche ElStAM zu korrigieren etc., und wann mit diesen Vorarbeiten begonnen werden kann. Es besteht sogar die Möglichkeit einer gestreckten Einführung der ElStAM. Gute Informationen und Vorbereitung ist hier sicherlich ein wichtiger Teil zu einem möglichst reibungslosen Ablauf.</p> <h3>Mini- und Midi-Jobs – neue Grenze und Übergangsregelungen</h3> <p>Die Minijobgrenze wird von 400 auf 450 € angehoben. Gleichzeitig wird die Rentenversicherungspflicht eingeführt, so dass die Arbeitnehmer 3,9% des Rentenversicherungsbeitrages selbst bezahlen müssen. Da im gleichen Zug die Mindestbemessungsgrundlage von 155 € auf 175 € angehoben wird, wird diese RV-Pflicht vor allem für die Arbeitnehmer richtig teuer, die weniger als 175 € verdienen. Die Arbeitnehmer haben allerdings die Möglichkeit, sich von dieser Pflicht befreien zu lassen. Das neue Recht gilt jedoch nur für neue Arbeitsverhältnisse, und für bestehende Beschäftigungen, bei denen sich Veränderungen ergeben haben.</p> <p>Die Verdienstgrenze für die sogenannten Midi-Jobs, also Arbeitsverhältnisse die in der Gleitzone abgerechnet werden, wurden ebenfalls angehoben. Künftig gilt für neue Beschäftigungsverhältnisse die neue Grenze zwischen 450 € und 850 €. Außerdem wurde eine neue Gleitzonenformel entwickelt. Bestehende Arbeitsverhältnisse mit einem Verdienst zwischen 400 € und 450 € bleiben weiterhin SV-pflichtig, und werden mit einer extra Gleitzonenformel abgerechnet. Arbeitnehmer können die Anwendung der neuen Gleitzonenformel beantragen und sich von einzelnen Sozialversicherungszweigen – außer von der Rentenversicherung – befreien lassen.</p> <p>Die Übergangsregelungen für die bereits bestehenden und unverändert weitergeführter Mini- und Midi-Jobs gelten bis Ende 2014.</p> <h3>Berufsgenossenschaft – es wird genauer kontrolliert</h3> <p>Bereits seit einigen Jahren ist geplant, dass die jährlichen Papier-Lohnnachweise an die Berufsgenossenschaften abgelöst, und durch die zusätzlich eingeführten Daten bei den DEÜV-Meldungen an die Krankenkassen ersetzt werden sollen. Allerdings sind die Meldesummen nach wie vor erheblich niedriger als die abgegebenen Jahresmeldungen. Analysen haben ergeben, dass die Hauptursache dafür Meldungen mit unrichtigen Mitgliedsnummern, und Meldungen mit einem Betrag von Null Euro abgegeben werden.</p> <p>Um dies künftig einzugrenzen, wurde ab Dezember ein neuer Prüfprozess eingeführt. Künftig wird bei den DEÜV-Meldungen die Echtheit der Mitgliedsnummer geprüft. Beim Versenden wird geprüft, ob die Mitgliedsnummer tatsächlich existiert. Somit kann zwar nicht vermieden werden, dass Meldungen unter fremden Mitgliedsnummern abgegeben werden, aber es werden zumindest Pseudo-Nummern herausgefiltert.</p> <p>Zusätzlich können Meldungen nur noch unter bestimmten Gründen mit einem Betrag von 0,- € abgegeben werden. Es stehen verschiedene Codes zur Verfügung, die bei einer O €–Meldung mit angegeben werden müssen.</p> <h3>Mehrfachbeschäftigungen – mehr Informationsaustausch</h3> <p>Mehrfachbeschäftigungen werden immer mehr zu einem wichtigen Thema in der Lohnbuchhaltung. Dieses Thema wurde bereits 2012 mit dem eingeführten Meldegrund 58 aufgegriffen. Arbeitgeber haben für Arbeitnehmer, die mehrere Beschäftigungsverhältnisse haben, monatlich eine Meldung mit dem Grund 58 abzugeben. Wird diese Meldung nicht abgegeben, erhält der Arbeitgeber im Zuge des Rückmeldeverfahrens von der Krankenkasse einen Hinweis, dass eine Mehrfachbeschäftigung vorliegt und künftig eine entsprechende Meldung abzugeben ist.</p> <p>Nun wurde das Ganze noch erweitert. Künftig ist bei dieser Meldung der voraussichtliche Jahresverdienst mit anzugeben. Diese Angabe wird verwendet, um zu prüfen, ob die Gleitzonenberechnung weiterhin angewendet werden darf, und wenn ja, ob und in welcher Höhe ein Fremdverdienst beim Gleitzonenfaktor zu berücksichtigen ist. Außerdem soll durch die Zusammenrechnung von zwei oder mehreren Beschäftigungen geprüft werden, ob gegebenenfalls die Beitragsbemessungsgrenze überschritten wird.</p> <p>Die Rückmeldungen der Krankenkassen können also ab 2013 direkten Einfluss auf die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge haben. Der Verpflichtung, diese Rückmeldungen einzulesen und zu verwenden, kann sich nun keiner mehr entziehen.</p> <h3>EEL + AAG – elektronische Meldung ist Pflicht</h3> <p>Obwohl bereits seit zwei Jahren die Pflicht besteht, sowohl die Bescheinigungen an die Krankenkassen, als auch die Umlageerstattungsanträge ausschließlich elektronisch zu versenden, gab es in der Vergangenheit immer wieder Probleme. Diese bestehen sowohl von Seiten der Krankenkassen, als auch von Seiten der Arbeitgeber bzw. deren eingesetzte Software. Mancher hat auf die alte bewährte Papierform zurückgegriffen, was statistisch gesehen, auch zu wesentlich weniger Nachfragen als die elektronische Form geführt hat.</p> <p>Das Verfahren wurde weiter verbessert, so dass mittlerweile eigentlich alle Krankenkassen in der Lage sein sollten, die Meldungen zu lesen. Sollte eine Lohnsoftware die Meldungen nicht versenden können, steht jedem Arbeitgeber das kostenlose SVNet zur Verfügung. Für 2013 werden die Krankenkassen also noch mehr als bisher auf die elektronische Versandart bestehen.</p> <p>Sie haben Fragen zur neuen Lohnberechnung bzw. ~verfahren? Dann zögern Sie nicht, uns zu <a href="http://www.buchhalterprofi.de/blog/kontakt/">kontaktieren</a>.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Do., 24.01.2013 - 15:38</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=113&amp;2=comment&amp;3=comment" token="ORNd7PpLBNTMDvQ1_p9Z0sEOIi0heEJTbdJqM8NK7Ms"></drupal-render-placeholder> </section> Thu, 24 Jan 2013 14:38:39 +0000 Thilo Klemm 113 at https://www.buchhalterprofi.de Einführung des ELSTAM-Verfahren ab Januar 2013 – Was muss der AG und seine AN beachten? https://www.buchhalterprofi.de/node/110 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Einführung des ELSTAM-Verfahren ab Januar 2013 – Was muss der AG und seine AN beachten?</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>ELStAM – dieses Wort verfolgt uns in der Lohnbuchhaltung seit einigen Jahren. Die Einführung des Verfahrens, die Steuerklassen und andere Steuermerkmale der Arbeitnehmer elektronisch abrufen zu können, wurde immer wieder angekündigt und dann relativ kurzfristig wieder verschoben. Man hatte die ganze Zeit den Eindruck, als ob das Ganze relativ unausgereift und wenig durchdacht war – anscheinend zu Recht.</p> <p>Nun wurde das Verfahren ein Jahr von verschiedenen Arbeitgebern und Softwareherstellern getestet, so dass wohl die schlimmsten Anfangsschwierigkeiten gelöst werden konnten.</p> <h3>Die Einführung erfolgt mit einem Jahr Übergangsphase</h3> <p>Der Gesetzgeber hat den Arbeitgebern frei gestellt, wann sie erstmals mit dem ELStAM-Verfahren beginnen wollen. Seit November 2011 besteht bereits die Möglichkeit die Daten abzurufen, jedoch stellen die meisten Lohnprogramme die technischen Voraussetzungen dafür noch gar nicht zur Verfügung. Solche gravierenden Veränderungen werden in der Regel in einem umfangreichen Jahreswechsel-Update eingebaut, dass häufig erst Ende Dezember bzw. Anfang Januar verfügbar ist.</p> <p>Die Einführungsphase dauert ein Jahr – also bis Ende 2014. Der Arbeitgeber muss mindestens zwei Abrechnungsläufe in 2013 mit dem ELStAM durchführen – das bedeutet, der späteste Termin zur Einführung ist nach der Abrechnung Oktober. Allerdings sollte im Sinne eines reibungslosen Ablaufes keinesfalls so lange gewartet werden. Durch technische Probleme mit dem Lohnprogramm, kann es durchaus nochmal zu Verzögerungen kommen. Aufgrund des zu erwartenden großen Andrangs raten jedoch Softwarehersteller und die Finanzverwaltung davon ab, sich gleich für die Januar-Abrechnung in das neue Verfahren zu stürzen. Also: Erst mal in Ruhe die üblichen Aufgaben des Jahreswechsels abwickeln und dann das neue Verfahren einführen.</p> <h3>Papiernachweise haben in 2013 weiterhin Gültigkeit</h3> <p>Im Einführungsjahr 2013 hat nach wie vor der Papiernachweis – wie Lohnsteuerkarte 2010 oder die Ersatzbescheinigung aus den Jahren 2011 bis 2013 seine Gültigkeit. Bei neuen Mitarbeitern ist der Arbeitgeber verpflichtet, immer noch die Papiernachweise einzufordern, auch wenn er selbst bereits mit den ELStAM arbeitet. Auch hat er die Papiere bei einem Austritt dem Mitarbeiter auszuhändigen. Neben den beiden genannten Papiernachweisen kann es sein, dass der Mitarbeiter weitere Nachweise vorlegen wird. Das könnten zum Beispiel sein:</p> <ul><li>Ausdrucke der aktuell gültigen ELStAM,</li> <li>„besondere Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug“,</li> <li>„Informationen über die erstmals elektronisch gespeicherten Daten für den Lohnsteuerabzug“.</li> </ul><p>Gültig ist jeweils der Nachweis mit dem spätestens Datum.</p> <h3>Voraussetzung für den Abruf</h3> <p>Damit der Arbeitgeber die Abrufe durchführen kann, muss er sich über das Elster-Portal registrieren. Das gesamte Registrierungsverfahren dauert etwa ein bis zwei Wochen und kann unabhängig davon, wann mit dem ELStAM erstmals gearbeitet wird, bereits jetzt schon gestartet werden.</p> <p>Für den Abruf benötigt der Arbeitgeber von jedem Arbeitnehmer die Steuer-Identifikationsnummer, das Geburtsdatum und die Angabe, ob es sich um eine Haupt- oder Nebenbeschäftigung handelt. Diese Daten können von den vorgelegten Papierbescheinigungen abgelesen werden.</p> <h3>Der Start des ELStAM-Verfahrens</h3> <p>Hat ein Arbeitgeber sich dazu entschieden, mit dem ELStAM-Verfahren zu beginnen, muss er erstmals für alle Arbeitnehmer den Abruf der Steuermerkmale starten. Für die Einführung ist es auch möglich, diese in mehreren Stufen, aber innerhalb eines Abrechnungszeitraums, abzurufen. Danach hat er monatlich vor der Abrechnung den Abruf durchzuführen. Ein entsprechendes Abrufprotokoll wird nur erstellt, wenn Änderungen vorliegen. Für Arbeitgeber mit wenigen Arbeitnehmern empfiehlt es sich, den News-Service über das Elster-Portal zu nutzen. Der Arbeitgeber wird dann bis spätestens 5. des laufenden Monats per E-Mail informiert, ob Änderungen vorliegen, der monatliche Abruf würde dann entfallen.</p> <p>Der Gesetzgeber hat außerdem die Option freigelassen, dass Arbeitgebern, die aufgrund technischer Probleme nach der Einführung der ELStAM nicht mit diesen arbeiten können, bis zu drei Monate weiterhin mit den Papiernachweisen arbeiten können.</p> <p>Außerdem hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, die abgerufenen ELStAM für einen Zeitraum von 6 Monaten nach dem ersten Abruf nicht zu nutzen, um etwa die Richtigkeit der gespeicherten Daten zu prüfen.</p> <p>Da der Arbeitgeber den Arbeitnehmer darüber informieren muss, ab welchem Zeitpunkt er erstmals mit den elektronische Daten arbeitet, hat er auch die Information an den Arbeitnehmer weiterzugeben, wenn er eine der genannten Kulanzregelungen in Anspruch nimmt.</p> <h3>Sonstige Besonderheiten</h3> <p>Nach Aussage der Finanzverwaltung, ist im Hinblick auf den Datenschutz eine absolute Sicherheit gewährleistet. Aufgrund der langen Test- und Einführungsphase kann wohl davon ausgegangen werden, dass sich Datenschützer bereits eingehend mit dem System befasst haben.</p> <p>Der Arbeitnehmer hat außerdem die Möglichkeit, Arbeitgeber für den Abruf der Daten freizugeben oder zu sperren. Auch hierdurch entsteht ein gewisser Datenschutz. Erhält der Arbeitgeber allerdings keine Steuermerkmale beim Abruf, hat er mit der Steuerklasse 6 abzurechnen.</p> <p>Auszubildende, die erst nach 2010 mit einer Ausbildung begonnen haben, konnten in den letzten Jahren ohne Papiernachweise mit dem vereinfachten Verfahren mit der Steuerklasse Eins abgerechnet werden, wenn es sich um die erste Beschäftigung handelt. Diese Regelung gilt allerdings nur für Auszubildende. Dies bedeutet, dass nach dem Ende der Ausbildung diese vereinfachte Regelung nicht mehr angewendet werden kann. Endet also das Ausbildungsverhältnis zum Beispiel im August 2013 und wird der Arbeitnehmer weiter beschäftigt, benötigt er ab August die Papierbescheinigung des Finanzamtes!</p> <p>Warten wir ab, welche Fragen und Probleme im Laufe des Einführungsjahres in der Praxis auftreten.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Mo., 17.12.2012 - 15:34</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=110&amp;2=comment&amp;3=comment" token="WllTRRhus_Ol7kog9Kee0uUBh9Vha7Wk411BMVryhsc"></drupal-render-placeholder> </section> Mon, 17 Dec 2012 14:34:03 +0000 Thilo Klemm 110 at https://www.buchhalterprofi.de https://www.buchhalterprofi.de/node/110#comments