Gelangenbestätigung https://www.buchhalterprofi.de/ de Gelangensbestätigung – auf diese Fallstricke sollten Sie achten https://www.buchhalterprofi.de/node/121 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Gelangensbestätigung – auf diese Fallstricke sollten Sie achten</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Innergemeinschaftliche Lieferungen nehmen im Umsatzsteuerrecht eine besondere Stellung ein. Häufig wird die steuerfreie Lieferung von Waren an Kunden ins europäische Ausland gleichgesetzt mit Lieferungen in Drittländer. Das ist allerdings ganz und gar nicht so. Vielmehr sind Lieferungen ins europäische Ausland zwar unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei, gleichzeitig unterliegt jedoch der Erwerb der Umsatzsteuerpflicht. Was steckt nun genau hinter dieser etwas komplizierten Konstellation und auf was ist zu achten?</p> <h3>Innergemeinschaftliche Lieferung bzw. Erwerb</h3> <p>Der Grundsatz der Umsatzsteuer liegt bekanntlich darin, dass alle Umsätze mit dem entsprechenden Umsatzsteuersatz belastet werden. Durch den gleichzeitigen Vorsteuerabzug, die ein Unternehmer vornehmen kann, wirkt sich die tatsächliche Belastung nur bei Endverbrauchern oder Kleinunternehmer mit Umsatzsteuerbefreiung aus.</p> <p>Da im europäischen Raum durch fehlende Grenzen keine Einfuhrumsatzsteuer – wie etwa in Drittländer – mehr erhoben wird, wurde im gesamten europäischen Raum ein – in den Grundsätzen gleiches – Umsatzsteuersystem eingeführt. Basis dieses System ist, dass innergemeinschaftliche Lieferung gem. §4 Nr. 1b steuerfrei sind, gleichzeitig jedoch die Umsatzsteuer beim Empfänger abgeführt werden muss. Ist der Empfänger vorsteuerabzugsfähig, ergibt sich bei ihm keine Steuerlast.</p> <p>Voraussetzung dafür ist, dass:</p> <ul><li>die Ware tatsächlich in das europäische Ausland – im Umsatzsteuerrecht als Gemeinschaftsgebiet bezeichnet – gelangt,</li> <li>der Empfänger ein Unternehmer ist und die Ware für sein Unternehmen gekauft hat oder es sich um ein Fahrzeug handelt und</li> <li>die Ware im Empfängerland mit Umsatzsteuer belastet wird.</li> </ul><p>Dass diese Voraussetzungen vorliegen, muss natürlich entsprechend nachgewiesen werden. Fehlen entsprechende Nachweise, geht das Finanzamt davon aus, dass es sich nicht um eine steuerfreie Lieferung im Sinne von §4 Nr. 1b handelt, und somit der Umsatzbesteuerung unterliegt. In der Regel hat der Unternehmer dann keine andere Möglichkeit, als die Umsatzsteuer aus „eigener Tasche“ nachzuzahlen.</p> <h3>Welche Nachweise sind notwendig</h3> <p>Ob es sich bei dem Empfänger um ein Unternehmen handelt, prüft man dadurch nach, in dem man sich die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer vom Empfänger geben lässt. Diese Nummer erhält nur ein Unternehmen, das in seinem Land nicht von der Umsatzsteuer befreit ist. Die Gültigkeit der USt-IdNr. kann auf der Webseite des Bundeszentralamtes für Steuern geprüft werden. Ob der Empfänger die Ware mit Umsatzsteuer belastet, kann zwar nicht nachgeprüft werden. Dies wird allerdings anhand der zusammenfassenden Meldungen, ständig zentral kontrolliert.</p> <p>Wichtig ist auch der Nachweis, dass die Ware tatsächlich ins Gemeinschaftsgebiet gelangt. Hier hat es immer wieder gesetzliche Änderungen gegeben. Zum 01.10.2013 tritt nun die aktuellste Vorschrift in Kraft. Dazu wird <a href="http://www.ihk-koeln.de/upload/TextNeueVerordnung_25973.pdf">§17a UStDV</a> geändert. Mit der sogenannten Gelangensbestätigung soll nun ein einheitliches Dokument Rechtssicherheit für den Nachweis bringen, wohin die Ware gesendet wurde. Die Gelangensbestätigung ist kein einheitliches Formular sondern soll zusammen mit einer Rechnungskopie aufbewahrt werden, und folgend Angaben enthalten:</p> <ul><li>genaue Angaben des Abnehmers,</li> <li>Menge und Bezeichnung der gelieferten Warenlieferungen,</li> <li>Ort und Monat des Erhalt der Ware beim Empfänger im Gemeinschaftsgebiet,</li> <li>Ausstellungsdatum,</li> <li>Unterschrift und damit Bestätigung, dass die Ware ins übrige Gemeinschaftsgebiet gelangt ist.</li> </ul><p>Die Gelangensbestätigung kann pro Sendung, oder wenn es sich um eine laufende Geschäftsbeziehung handelt, auch auf mehrere Sendungen innerhalb eines Quartals bezogen werden. Es ist außerdem möglich, dass das Dokument elektronisch ohne Unterschrift übersendet wird, wobei nachzuweisen ist, dass es von einem Empfänger stammt, der tatsächlich im europäischen Ausland ansässig ist.</p> <p>Der Gesetzgeber lässt allerdings bei der Versendung der Ware durch den Absender oder Empfänger zu, dass eine andere Bestätigung ebensolche Gültigkeit hat. Unter Versendung versteht man, wenn ein Dritter, z.B. Spedition, Paketdienste etc. mit der Beförderung beauftragt wird.</p> <p>Versandpapiere, die üblicherweise für solche Beförderungen ausgestellt werden, reichen als Nachweis aus, wenn darin die vorgeschriebenen Angaben lt. §17a Abs. 3 UStDV enthalten sind. Bei Postlieferung reicht die Übergabebestätigung an die entsprechende Poststelle, sowie der Nachweis der Bezahlung der Rechnung, sofern sich aus den beiden Belegen ein Zusammenhang ersehen lässt.</p> <p>Die Gelangensbestätigung spielt also dann eine wichtige Rolle, wenn der Absender oder der Empfänger die Ware selbst transportiert. Hier sollte im Zweifel auf das vorgeschriebene Dokument zurückgegriffen werden, um bei einer Steuerprüfung Rechtssicherheit zu haben.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Sam, 13.04.2013 - 15:53</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=121&amp;2=comment&amp;3=comment" token="NZPUxpSiMBIQLxVvLt8zvHt4JYZm9S8i8R2iOumCT_I"></drupal-render-placeholder> </section> Sat, 13 Apr 2013 13:53:56 +0000 Thilo Klemm 121 at https://www.buchhalterprofi.de Gelangenbestätigung – ein weiterer Stein im Weg des Welthandels https://www.buchhalterprofi.de/node/77 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Gelangenbestätigung – ein weiterer Stein im Weg des Welthandels</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Innergemeinschaftliche Lieferungen und Lieferungen in Drittländer sind nach § 4 1. a) und b) von der Umsatzsteuer befreit. Um diese Steuerbefreiung jedoch in Anspruch nehmen zu können, muss vom Lieferer ein Nachweis über die ordnungsgemäße Lieferung erbracht werden. Die Form des Nachweises wurde in der Umsatzsteuerdurchführungsverordnung geregelt und bisher von Details der Lieferung beeinflusst. Dieses Verfahren änderte sich zum 01. Januar 2012. Es wurde eine „Gelangenbestätigung“ nach amtlichen Muster an die entsprechende Stelle gesetzt.</p> <p>Folgende Tatbestände sind betroffen:</p> <p><strong>§ 6 UStG Ausfuhrlieferung</strong><br /> Eine Auslandslieferung liegt vor, wenn der Unternehmer den Gegenstand der Lieferung in das Drittlandgebiet befördert oder befördern lässt oder<br /> wenn der Empfänger der Lieferung, welcher Ausländer ist, den Gegenstand in das Drittlandgebiet befördert oder befördern lässt oder<br /> wenn der Gegenstand zu Freihäfen oder außerhalb der Hoheitsgebiete geliefert werden soll und der Abnehmer ein Unternehmer ist oder der ausländische Abnehmer kein Unternehmer ist, aber der Gegenstand in das übrige Drittlandgebiet gelangt.<br /> Ausländischer Abnehmer ist hierbei ein Abnehmer dessen Wohnort oder Sitz im Ausland liegt oder<br /> eine Zweigniederlassung eines im Inland ansässigen Unternehmens mit Sitz im Ausland, wenn sie das Umsatzgeschäft in eigenem Namen abgeschlossen hat.</p> <p><strong>§ 6a innergemeinschaftliche Lieferung</strong><br /> Um eine innergemeinschaftliche Lieferung handelt es sich, wenn der Gegenstand der Lieferung vom Unternehmer oder Abnehmer in das übrige Gemeinschaftsgebiet befördert oder versendet wird. Der Abnehmer muss hierbei ein Unternehmer sein, der den Gegenstand für sein Unternehmen erwirbt oder<br /> eine juristische Person, die nicht Unternehmer ist oder den Gegenstand nicht für ihr Unternehmen erworben hat oder<br /> bei der Lieferung eines neuen Fahrzeugs jeder andere Erwerber.<br /> Weiterhin muss der Erwerb des Gegenstandes im Mitgliedsstaat des Abnehmers den Vorschriften der Umsatzbesteuerung unterliegen.<br /> Auf der Rechnung muss hierbei die Ust-ID. von Lieferer und Abnehmer vermerkt sein und der Hinweis auf Steuerfreiheit.</p> <p>Diverse Wirtschaftsverbände haben gegen das ursprüngliche Verfahren heftige Kritik vorgebracht, worauf das Bundesfinanzministerium Vereinfachungen erlassen hat. Somit muss die Gelangenbestätigung nicht mehr zwingend in einem Dokument, dem amtlichen Vordruck, erbracht werden. Sondern kann auch aus mehreren Dokumenten bestehen, welche in Summe die erforderlichen Informationen enthalten. Die Gelangenbestätigung muss Name und Anschrift des Abnehmers, Menge und handelsübliche Bezeichnung des Gegenstandes, Ort und Tag, das Ausstellungsdatum und die Unterschrift des Abnehmers enthalten. Bei der Lieferung von Fahrzeugen ist weiterhin die Fahrzeug-Identifikationsnummer anzugeben. Der im Umsatzsteueranwendungserlass (UStAE) enthaltene Vordruck soll demnach nur noch als Muster dienen, um die rechtssichere Nachweisführung zu erleichtern.</p> <p>Die wichtige Unterschrift über die Abnahme am Zielort, kann jetzt auch durch Dritte bewirkt werden. Des weiteren beschränken sich die Nachweise bei Versand via Kurier und Postdienstleister auf Kurierauftrag i.V.m. einem Tracking-Protokoll oder sogar auf ein Posteinlieferungsschreiben. Es wurde ebenfalls die Möglichkeit geschaffen, die Bestätigung elektronisch zu übermitteln, was eine Unterschrift in diesem Fall überflüssig macht. Weiterhin können Lieferungen jetzt quartalsweise zusammengefasst werden, anstatt für jede Einzellieferung Nachweise zu führen.</p> <p>In Sonderfällen kann auch ohne die Nachweisführung die Steuerbefreiung gewährt werden, wenn die objektive Beurteilung der Sachlage keinen anderen Schluss zulässt. Trotz aller nachträglichen Erleichterungen stellt die Umstellung auf das neue Nachweisverfahren eine erhebliche Belastung für die exportierenden Unternehmen dar und es sollte weiterhin auf eine frühzeitige Umstellung geachtet werden, um die Effizienz zu erhalten und einen reibungslosen Ablauf zu gewähren.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Sam, 12.05.2012 - 13:25</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=77&amp;2=comment&amp;3=comment" token="Qzb37j7VqLlKUKgiGSHsGIdM5xh3GhwoL_4P668Docs"></drupal-render-placeholder> </section> Sat, 12 May 2012 11:25:28 +0000 Thilo Klemm 77 at https://www.buchhalterprofi.de https://www.buchhalterprofi.de/node/77#comments