Minijob http://www.buchhalterprofi.de/taxonomy/term/149 de Minijobber und Midijobber – wichtiges zum Jahreswechsel http://www.buchhalterprofi.de/node/143 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Minijobber und Midijobber – wichtiges zum Jahreswechsel</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Midijobber – damit sind Arbeitnehmer gemeint, deren Verdienst zwischen 450 und 850 € liegt. Bei der Abrechnung findet die Gleitzonenregelung Anwendung, was gerade bei Betriebsprüfungen gerne genauer unter die Lupe genommen wird. Wie bei den Minijobbern auch, sollte daher zum Jahresende genau geprüft werden, ob der Mitarbeiter im vergangen Jahr richtig eingestuft wurde, oder ob eventuell im Folgejahr eine Veränderung bei der Abrechnung notwendig ist.</p> <h3>Minijobber</h3> <p>Bekanntlich darf bei Minijobbern seit 01.01.2013 der monatliche Verdienst bei 450 € liegen, was zu einem Jahresverdienst von 5400 € führt. Was sich klar und einfach anhört, gestaltet sich in der Praxis oft schwierig. Gerade bei Beschäftigungsverhältnissen, bei denen die Arbeitszeiten unterschiedlich sind und die Verdienste daher sehr schwanken, stellt sich die Frage, ob ein Minijobverhältnis besteht oder nicht.</p> <ul><li><strong>gleichmäßiger Verdienst mit Einmalzahlung</strong><br /> Basis für die Einstufung, ob ein Minijob besteht, ist das regelmäßige Arbeitsentgelt. Nun ist dieser Begriff unterschiedlich auslegbar. Wichtig ist, dass auch einmalig bezahltes Entgelt dazu gerechnet werden muss. Die Jahresgrenze von 5400 € darf zusammen mit dem einmaligen Entgelt nicht überschritten werden (z.B. 12 x 400 € + 1 x 600 € = 5400 €).</li> <li><strong>schwankende Bezüge unter 5400 €</strong><br /> Aushilfen werden häufig je nach Bedarf eingesetzt, dabei kann es vorkommen, dass in einem Monat 500 € verdient werden und dann wieder nur 250 €. Hier muss zu Beginn eine Einstufung vorgenommen werden. Liegt der Jahresverdienst unter den 5400 € handelt es sich um einen Minijob, so dass auch der Monat mit 500 € problemlos abgerechnet werden kann. Am besten legt man die Einschätzung in der Personalakte ab.</li> <li><strong>schwankende Bezüge über 5400 €</strong><br /> Im Gegensatz dazu sind Beschäftigungen, bei denen im Voraus zu sehen ist, dass die Jahresgrenze von 5400 € überschritten wird, sozialversicherungspflichtig, auch wenn in einigen Monaten der Verdienst unter 450 € liegt. Wichtig: Die Minijob-Zentrale sieht immer einen Zeitraum von 12 Monaten und nicht das Kalenderjahr. Diese laufende Überprüfung gestaltet sich natürlich schwierig. Daher ist es zwingend notwendig zumindest einmal im Jahr – am besten zum Jahresende – die Überprüfung durchzuführen und die Einschätzungen in die Personalakte zu geben.</li> <li><strong>Unvorhersehbare Ereignisse</strong><br /> Als unvorhersehbares Ereignis kann zum Beispiel eine Krankheitsvertretung notwendig sein. In dem Fall ist es möglich, dass die monatliche Verdienstgrenze und somit auch die Jahresverdienstgrenze überschritten werden. Bei unvorhersehbaren Ereignissen ist der Verdienst nicht eingegrenzt. Das bedeutet also, wenn ein Mitarbeiter zweimal im zurückliegenden Jahr Krankheitsvertretung übernehmen musste und dadurch einen Verdienst von jeweils 1000 € erreicht, und in den anderen Monaten das Arbeitsentgelt bei jeweils 450 € lag, so errechnet sich ein Jahresverdienst von 6500 €. Das Beschäftigungsverhältnis war und bleibt weiterhin ein Minijob. Wichtig dabei ist allerdings, dass die notwendigen, nachvollziehbaren Unterlagen (z.B. Krankenmeldung des Kollegen, Dienstplan o.ä.) aufbewahrt werden.</li> <li><strong>Saisonelle extreme Schwankungen</strong><br /> Schwierig gestaltet sich die Einschätzung, wenn das Arbeitsverhältnis als Minijob geführt wird, da der Jahresverdienst unter 5400 € liegt, aber die Verdienste extrem schwanken. Erzielt zum Beispiel ein Mitarbeiter in einigen Monaten 1000 € und in den anderen Monaten nur 100 €, so kann bei einer späteren Betriebsprüfung „die Vermutung entstehen“, das Vertragsverhältnis wird nur deshalb ganzjährig als Minijob geführt, damit die „Hochphasen“ als Minijob abgerechnet werden können. Von dieser Konstellation sollte deshalb abgeraten werden.</li> </ul><h3>Midijobs</h3> <p>Auch bei der Gleitzonenregelung spricht man vom regelmäßigen Arbeitsentgelt, so dass auch hier bei Beschäftigungsbeginn und dann jährlich geprüft werden muss, ob das regelmäßige Arbeitsentgelt unter 850 € liegt.</p> <p>Wie bei den Minijobbern, kann als regelmäßiges Arbeitsentgelt die Jahresgrenze von 10.200 € herangezogen werden. Schwanken die Bezüge, sollte am Jahresende eine Überprüfung des durchschnittlichen Verdienstes vorgenommen werden. Unter Umständen muss für das kommende Jahr auf die Gleitzonenanwendung verzichtet werden.</p> <p>Insbesondere bei Lohn- bzw. Gehaltserhöhungen kann es vorkommen, dass zwar das eingeschätzte Jahresentgelt bei 10.200 € lag, durch die Erhöhung aber die Grenze überschritten wird. Es ist also unbedingt darauf zu achten, dass</p> <ul><li>Abweichungen der Arbeitszeit im Vorjahr, unter Umständen auch für das Folgejahr berücksichtigt werden;</li> <li>tarifliche oder arbeitsvertragliche Veränderungen berücksichtigt werden (z.B. Anhebung des Stundenlohns, Zahlung aufgrund Betriebsjubiläum etc.);</li> <li>Einmalzahlungen, wie zusätzliches Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld etc., mitgerechnet werden.</li> </ul></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Sam, 09.11.2013 - 16:39</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=143&amp;2=comment&amp;3=comment" token="m0JQ3LDfTlA3MlVfLcy-adhQ5KemJwh80UWRrp54hhE"></drupal-render-placeholder> </section> Sat, 09 Nov 2013 15:39:18 +0000 Thilo Klemm 143 at http://www.buchhalterprofi.de Neuerung in der Lohnbuchhaltung ab 2013 http://www.buchhalterprofi.de/node/113 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Neuerung in der Lohnbuchhaltung ab 2013</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Wie jedes Jahr, wurden auch für 2013 wieder einige steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Veränderungen beschlossen. Der Gesetzgeber hat sich zwar bei einigen Themen Ende des Jahres 2012 nicht mehr fristgerecht entscheiden können, einiges wurde jedoch mittlerweile aufgeholt. Die wichtigsten Punkte hinsichtlich der Lohnbuchhaltung sollen hier zusammengefasst werden.</p> <h3>ElStAM – jetzt geht’s (endlich) los</h3> <p>Die Ablösung der Lohnsteuerkarte durch die ElStAM wird nun endgültig im Jahr 2013 umgesetzt. Den Arbeitgebern wird die Möglichkeit gegeben, selbst zu entscheiden, wann Sie mit dem elektronischen Verfahren beginnen wollen. Als spätester Termin gilt die Abrechnung Dezember 2013.<br /> Die Finanzbehörden raten davon ab, gleich im Januar umzustellen. Gleichzeitig sollte man keinesfalls bis Ende des Jahres warten. Wann der beste Zeitpunkt ist, sollte jeder selbst entscheiden. Auf jeden Fall ist eingehend zu prüfen, welche Vorarbeiten durchgeführt werden müssen, z.B. Stammdaten abgleichen, Mitarbeiter informieren, Mitarbeiter unterstützen, falsche ElStAM zu korrigieren etc., und wann mit diesen Vorarbeiten begonnen werden kann. Es besteht sogar die Möglichkeit einer gestreckten Einführung der ElStAM. Gute Informationen und Vorbereitung ist hier sicherlich ein wichtiger Teil zu einem möglichst reibungslosen Ablauf.</p> <h3>Mini- und Midi-Jobs – neue Grenze und Übergangsregelungen</h3> <p>Die Minijobgrenze wird von 400 auf 450 € angehoben. Gleichzeitig wird die Rentenversicherungspflicht eingeführt, so dass die Arbeitnehmer 3,9% des Rentenversicherungsbeitrages selbst bezahlen müssen. Da im gleichen Zug die Mindestbemessungsgrundlage von 155 € auf 175 € angehoben wird, wird diese RV-Pflicht vor allem für die Arbeitnehmer richtig teuer, die weniger als 175 € verdienen. Die Arbeitnehmer haben allerdings die Möglichkeit, sich von dieser Pflicht befreien zu lassen. Das neue Recht gilt jedoch nur für neue Arbeitsverhältnisse, und für bestehende Beschäftigungen, bei denen sich Veränderungen ergeben haben.</p> <p>Die Verdienstgrenze für die sogenannten Midi-Jobs, also Arbeitsverhältnisse die in der Gleitzone abgerechnet werden, wurden ebenfalls angehoben. Künftig gilt für neue Beschäftigungsverhältnisse die neue Grenze zwischen 450 € und 850 €. Außerdem wurde eine neue Gleitzonenformel entwickelt. Bestehende Arbeitsverhältnisse mit einem Verdienst zwischen 400 € und 450 € bleiben weiterhin SV-pflichtig, und werden mit einer extra Gleitzonenformel abgerechnet. Arbeitnehmer können die Anwendung der neuen Gleitzonenformel beantragen und sich von einzelnen Sozialversicherungszweigen – außer von der Rentenversicherung – befreien lassen.</p> <p>Die Übergangsregelungen für die bereits bestehenden und unverändert weitergeführter Mini- und Midi-Jobs gelten bis Ende 2014.</p> <h3>Berufsgenossenschaft – es wird genauer kontrolliert</h3> <p>Bereits seit einigen Jahren ist geplant, dass die jährlichen Papier-Lohnnachweise an die Berufsgenossenschaften abgelöst, und durch die zusätzlich eingeführten Daten bei den DEÜV-Meldungen an die Krankenkassen ersetzt werden sollen. Allerdings sind die Meldesummen nach wie vor erheblich niedriger als die abgegebenen Jahresmeldungen. Analysen haben ergeben, dass die Hauptursache dafür Meldungen mit unrichtigen Mitgliedsnummern, und Meldungen mit einem Betrag von Null Euro abgegeben werden.</p> <p>Um dies künftig einzugrenzen, wurde ab Dezember ein neuer Prüfprozess eingeführt. Künftig wird bei den DEÜV-Meldungen die Echtheit der Mitgliedsnummer geprüft. Beim Versenden wird geprüft, ob die Mitgliedsnummer tatsächlich existiert. Somit kann zwar nicht vermieden werden, dass Meldungen unter fremden Mitgliedsnummern abgegeben werden, aber es werden zumindest Pseudo-Nummern herausgefiltert.</p> <p>Zusätzlich können Meldungen nur noch unter bestimmten Gründen mit einem Betrag von 0,- € abgegeben werden. Es stehen verschiedene Codes zur Verfügung, die bei einer O €–Meldung mit angegeben werden müssen.</p> <h3>Mehrfachbeschäftigungen – mehr Informationsaustausch</h3> <p>Mehrfachbeschäftigungen werden immer mehr zu einem wichtigen Thema in der Lohnbuchhaltung. Dieses Thema wurde bereits 2012 mit dem eingeführten Meldegrund 58 aufgegriffen. Arbeitgeber haben für Arbeitnehmer, die mehrere Beschäftigungsverhältnisse haben, monatlich eine Meldung mit dem Grund 58 abzugeben. Wird diese Meldung nicht abgegeben, erhält der Arbeitgeber im Zuge des Rückmeldeverfahrens von der Krankenkasse einen Hinweis, dass eine Mehrfachbeschäftigung vorliegt und künftig eine entsprechende Meldung abzugeben ist.</p> <p>Nun wurde das Ganze noch erweitert. Künftig ist bei dieser Meldung der voraussichtliche Jahresverdienst mit anzugeben. Diese Angabe wird verwendet, um zu prüfen, ob die Gleitzonenberechnung weiterhin angewendet werden darf, und wenn ja, ob und in welcher Höhe ein Fremdverdienst beim Gleitzonenfaktor zu berücksichtigen ist. Außerdem soll durch die Zusammenrechnung von zwei oder mehreren Beschäftigungen geprüft werden, ob gegebenenfalls die Beitragsbemessungsgrenze überschritten wird.</p> <p>Die Rückmeldungen der Krankenkassen können also ab 2013 direkten Einfluss auf die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge haben. Der Verpflichtung, diese Rückmeldungen einzulesen und zu verwenden, kann sich nun keiner mehr entziehen.</p> <h3>EEL + AAG – elektronische Meldung ist Pflicht</h3> <p>Obwohl bereits seit zwei Jahren die Pflicht besteht, sowohl die Bescheinigungen an die Krankenkassen, als auch die Umlageerstattungsanträge ausschließlich elektronisch zu versenden, gab es in der Vergangenheit immer wieder Probleme. Diese bestehen sowohl von Seiten der Krankenkassen, als auch von Seiten der Arbeitgeber bzw. deren eingesetzte Software. Mancher hat auf die alte bewährte Papierform zurückgegriffen, was statistisch gesehen, auch zu wesentlich weniger Nachfragen als die elektronische Form geführt hat.</p> <p>Das Verfahren wurde weiter verbessert, so dass mittlerweile eigentlich alle Krankenkassen in der Lage sein sollten, die Meldungen zu lesen. Sollte eine Lohnsoftware die Meldungen nicht versenden können, steht jedem Arbeitgeber das kostenlose SVNet zur Verfügung. Für 2013 werden die Krankenkassen also noch mehr als bisher auf die elektronische Versandart bestehen.</p> <p>Sie haben Fragen zur neuen Lohnberechnung bzw. ~verfahren? Dann zögern Sie nicht, uns zu <a href="http://www.buchhalterprofi.de/blog/kontakt/">kontaktieren</a>.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Do., 24.01.2013 - 15:38</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=113&amp;2=comment&amp;3=comment" token="ORNd7PpLBNTMDvQ1_p9Z0sEOIi0heEJTbdJqM8NK7Ms"></drupal-render-placeholder> </section> Thu, 24 Jan 2013 14:38:39 +0000 Thilo Klemm 113 at http://www.buchhalterprofi.de Geringfügige Beschäftigung ab 2013 (450,00 € und Rentenversicherung) http://www.buchhalterprofi.de/node/108 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Geringfügige Beschäftigung ab 2013 (450,00 € und Rentenversicherung)</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Wie jedes Jahr, so sind auch zum Jahreswechsel 2013 einige gesetzliche Änderungen verabschiedet worden, die in der Lohnbuchhaltung beachtet werden müssen. Der Minijob war in der Vergangenheit von größeren Veränderungen verschont geblieben, dies ändert sich jedoch nächstes Jahr. Zum 01.01.2013 wird die 400 €-Grenze auf 450 € angehoben und die Wahl der Rentenversicherungspflicht bzw. -freiheit wird geändert.</p> <h3>Anhebung der 400-Euro-Grenze</h3> <p>Für Minijobs, die ab dem 01.01.2013 neu begonnen werden, gilt die neue Grenze von 450 €. Besteht das Arbeitsverhältnis bereits vor diesem Zeitpunkt, gilt nach wie vor die 400 € Grenze. Allerdings haben Arbeitnehmer, die bis Ende 2012 einen Verdienst zwischen 400,01 € bis 450 € hatten, die Möglichkeit sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Der Antrag auf Befreiung von der Kranken- und Pflegeversicherung muss bis spätestens 02.04.2013 bei der Krankenkasse gestellt werden. Für die Arbeitslosenversicherung muss der Antrag zum gleichen Datum bei der Bundesagentur für Arbeit, gestellt werden. Der Befreiungsantrag wird rückwirkend zum 01.01.2013 gültig, es sei denn der Versicherungsschutz wurde zwischenzeitlich in Anspruch genommen. In dem Fall wird die Befreiung erst zum nächsten Kalendermonat fällig.</p> <p>Beispiel: Ein Arbeitnehmer hatte bereits vor dem 01.01.2013 eine Beschäftigung und verdient monatlich 410 €. Es besteht die Möglichkeit der Familienversicherung, so dass er nicht auf die Anmeldung bei der Krankenkasse angewiesen ist. Zum 15.03.2013 stellt er den Antrag bei der Krankenkasse und bei der Bundesagentur für Arbeit, auf Befreiung von der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Die Befreiung gilt ab 01.01.2013, so dass der Arbeitgeber bereits abgerechnete Monate ( Januar und Februar ) entsprechend korrigieren muss. Falls der Arbeitnehmer jedoch am 01.03.2013 beim Arzt war, nimmt er Versicherungsleistungen in Anspruch, so dass die Befreiung erst zum 01.04.2013 gilt. Rückwirkende Monate bleiben dann unberührt.</p> <h3>Anhebung der 800 € – Grenze</h3> <p>Eng mit den Minijobs verbunden, ist die sogenannte Gleitzonenregelung. Arbeitnehmer, die zwischen 400,01 € und 800 € verdienen, zahlen geringere Sozialversicherungsbeiträge, die mit steigendem Verdienst auch prozentual steigen. Diese Grenze wurde nun ebenfalls angehoben von 450,01 € bis 850 € und gilt für Beschäftigungsverhältnisse, die ab dem 01.01.2013 begonnen haben. Bei bestehenden Arbeitsverhältnissen muss der Arbeitnehmer einen Antrag auf Anwendung der neuen Gleitzonenregelung stellen. Das bedeutet, Arbeitnehmer, die bereits 2012 820 € verdient haben, wurden bis jetzt mit den vollen Sozialversicherungsbeiträgen abgerechnet. Stellen sie keinen Antrag, wird weiterhin bis 31.12.2014 mit den vollen Beiträgen abgerechnet. Erst wenn er einen formlosen Antrag stellt, kann der Arbeitgeber die Gleitzonenregelung auch bei ihm anwenden, was zu einer etwas geringeren Beitragslast führt.</p> <h3>Minijobs und die Rentenversicherung</h3> <p>Bei Minijobs vielen in der Vergangenheit keine Sozialversicherungsbeiträge für den Arbeitnehmer an, lediglich der Arbeitgeber zahlte pauschale Beiträge in die Renten- und Krankenversicherung. Bezüglich der Rentenversicherung hatte der Arbeitnehmer die Möglichkeit Aufstockungsbeiträge zu bezahlen, so dass er in der Rentenversicherung den Status eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmers hatte. Diese Aufstockungsbeiträge waren die Differenz zwischen dem regulären Beitragssatz (2012 lag er bei 19,6%) und dem pauschalen Beitrag, den der Arbeitgeber zahlte (15%), also 4,6%. Der Arbeitnehmer musste dafür gegenüber dem Arbeitgeber erklären, dass er auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichtete. Die Regelung erscheint oftmals nicht nur den Arbeitgebern sondern auch den Arbeitnehmern unverständlich und ohne sichtbare Vorteile. Dies ist wohl auch der Grund, warum nur etwa 5% aller Minijobber diese Möglichkeit in Anspruch nahmen.</p> <p>Darauf hat der Gesetzgeber nun reagiert, und die Regelung „umgedreht“. Das bedeutet, wer einen Minijob aufnimmt, zahlt künftig den Aufstockungsbeitrag in die Rentenversicherung, es sei denn, er würde dies bei seinem Arbeitgeber ausdrücklich ablehnen. Es empfiehlt sich daher, dass der Arbeitgeber in seinem Personalfragebogen, in dem der Status des Minijobbers abgefragt wird, die Option ausdrücklich aufnimmt, und dem Arbeitnehmer darauf hinweist. Ansonsten kann es vorkommen, dass der Arbeitnehmer sich über Abzüge von seinem Verdienst wundert.</p> <p>Da der Gesetzgeber keine Übergangsregelung – wie bei der Anhebung der Verdienstgrenzen – vorgesehen hat, müsste der Arbeitgeber seine Minijobber zum 01.01.2013 mit dem Beitragsgruppenschlüssel 6100 statt 6500 anmelden. Der Arbeitgeber sollte daher zum Jahreswechsel alle seine geringfügig Beschäftigten befragen, ob sie das Recht auf Befreiung der Rentenversicherung wahrnehmen möchten – das bedeutet, nur der Arbeitgeber zahlt weiterhin die pauschalen Beiträge. Nur dann darf er weiterhin mit der 6500 gemeldet bleiben.</p> <p>Darüber hinaus hat der Gesetzgeber die Mindestbeitragsbemessungsgrenze von 155 € auf 175 € angehoben. Das bedeutet, die Beiträge in die Rentenversicherung werden von einem Mindestverdienst von 175 € errechnet, selbst wenn der monatliche Verdienst beispielsweise nur bei 100 € liegt. Vorausgesetzt der Rentenversicherungsbeitrag bleibt bei 19,6% würde die Rechnung wie folgt aussehen:</p> <p>Mindestbeitrag: 19,6 % von 175 € = 34,30 €<br /> davon AG-Anteil 15% auf 100 € = 15,00 €<br /> Rest AN-Anteil: 19,30 €</p> <p>In dem Fall liegt der Arbeitnehmeranteil weit über den 4,6%, da der Mindestverdienst von 175 € nicht erreicht wurde. Würde der Verdienst bei 175 € liegen, würde der Arbeitgeber 15% von 175 €, also 26,25 € bezahlen, und der Arbeitnehmer lediglich einen Beitrag von 8,05 € tragen müssen.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Sam, 01.12.2012 - 15:28</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title">Kommentare</h2> <a id="comment-74"></a> <article data-comment-user-id="0" about="/comment/74" typeof="schema:Comment" class="comment js-comment by-anonymous"> <mark class="hidden" data-comment-timestamp="1467725476"></mark> <footer class="comment__meta"> <article typeof="schema:Person" about="/user/0" class="profile"> </article> <p class="comment__submitted"><span rel="schema:author">Gespeichert von <span lang="" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thiesen Gabriele</span> am Di., 05.07.2016 - 15:31</span> <span property="schema:dateCreated" content="2016-07-05T13:31:07+00:00" class="rdf-meta hidden"></span> </p> <a href="/comment/74#comment-74" hreflang="de">Permalink</a> </footer> <div class="content"> <h3 property="schema:name" datatype=""><a href="/comment/74#comment-74" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Sehr geehrter Herr Klemm,</a></h3> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel zu den Änderungen bei Minijobs zum 01.01.2013 gelesen.</p> <p>Ich habe allerdings einige konkrete Fragen bzgl. der Rentenversicherung für Studenten mit einem Minijob.Würde es sich für einen Studenten lohnen, Beiträge in die Rentenversicherung einzuzahlen:<br /> a) Studenten mit abgeschlossener Berufsausbildung vor Aufnahme des Studiums<br /> b) Studenten mit Studienbeginn unmittelbar im Anschluss an das Abitur?</p> <p>Kann die Frage so pauschal beantwortet werden oder solle die Rentenberatung konsultiert werden?</p> <p>Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.</p> <p>Mit freundlichen Grüßen<br /> Gabriele Thiesen</p> </div> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderLinks" arguments="0=74&amp;1=default&amp;2=de&amp;3=" token="KMh85w1-4RkDF1ghmGpeSrQCBf9T02gvBlHOTQBUMsE"></drupal-render-placeholder> </div> </article> <div class="indented"><a id="comment-75"></a> <article data-comment-user-id="21" about="/comment/75" typeof="schema:Comment" class="comment js-comment by-node-author"> <mark class="hidden" data-comment-timestamp="1467725494"></mark> <footer class="comment__meta"> <article typeof="schema:Person" about="/user/21" class="profile"> </article> <p class="comment__submitted"><span rel="schema:author">Gespeichert von <span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span> am Di., 05.07.2016 - 15:31</span> <span property="schema:dateCreated" content="2016-07-05T13:31:34+00:00" class="rdf-meta hidden"></span> </p> <p class="parent visually-hidden">Antwort auf <a href="/comment/74#comment-74" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Sehr geehrter Herr Klemm,</a> von <span lang="" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thiesen Gabriele</span></p> <a href="/comment/75#comment-75" hreflang="de">Permalink</a> </footer> <div class="content"> <h3 property="schema:name" datatype=""><a href="/comment/75#comment-75" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Hallo Frau Thiesen,</a></h3> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>leider bin ich kein Fachmann für Rentenversicherung und kann Ihnen nur meine Meinung darlegen.</p> <p>Meines Erachtens lohnt es sich für Studenten nicht, Beiträge abzuführen, da sich für die spätere Rente nur sehr geringe Werte ergeben und der Student ja eigentlich jeden Cent braucht. Man muss aber auch beachten, dass durch die Zahlungen in die Rentenversicherung schon Anwartschaften für die Erwerbsminderungsrente erwirbt und natürlich dann eine gewisse Anzahl von Beitragsjahren nachweisen kann.</p> <p>Wenn Sie eine genaue Auskunft möchten, empfehle ich Ihnen, wie Sie in Ihrer Anfrage ja selbst schon andeuteten, direkt bei der Deutschen Rentenversicherung bzw. bei einem Rentenberater anzufragen. Das Ergebnis der Anfrage würde mich auch Interessieren.</p> <p>Viele Grüße.<br /> Thilo Klemm vom Buchhalterprofi Team</p></div> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderLinks" arguments="0=75&amp;1=default&amp;2=de&amp;3=" token="7geYQD0Bie9upnIhMqmfn8-jyLCc2h3Ai1LxdjBSJlE"></drupal-render-placeholder> </div> </article> </div><a id="comment-76"></a> <article data-comment-user-id="0" about="/comment/76" typeof="schema:Comment" class="comment js-comment by-anonymous"> <mark class="hidden" data-comment-timestamp="1467725526"></mark> <footer class="comment__meta"> <article typeof="schema:Person" about="/user/0" class="profile"> </article> <p class="comment__submitted"><span rel="schema:author">Gespeichert von <span lang="" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Alfons Rothalm</span> am Di., 05.07.2016 - 15:31</span> <span property="schema:dateCreated" content="2016-07-05T13:31:50+00:00" class="rdf-meta hidden"></span> </p> <a href="/comment/76#comment-76" hreflang="de">Permalink</a> </footer> <div class="content"> <h3 property="schema:name" datatype=""><a href="/comment/76#comment-76" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Guten Tag Herr Klemm,</a></h3> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>sieht es denn bei dem neuen MiniJob aus in Verbindung mit Krankenversicherung wenn sons. Einnahmen/-kommen (Kapitalerträge Vermietung/Verpachtun) vorhanden ist?</p> <p>Wenn meine Frau (nach Ablauf von Mutterschutz) einen MiniJob (450,-) annehmen würde (übrigens bei ihrem alten AG) und wir noch weitere Einkünfte aus Vermietung bzw. Zinsen haben.</p> <p>Darf sie dann trotzdem über mich in der Familieversicherung versichert werden?</p> <p>Vielen Dank im voraus.<br /> A. Rothalm</p> </div> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderLinks" arguments="0=76&amp;1=default&amp;2=de&amp;3=" token="K9cI2--U8Nn49-whMbPTRgotrk2LKLsG1Zl_oYfsORo"></drupal-render-placeholder> </div> </article> <div class="indented"><a id="comment-77"></a> <article data-comment-user-id="21" about="/comment/77" typeof="schema:Comment" class="comment js-comment by-node-author"> <mark class="hidden" data-comment-timestamp="1467725545"></mark> <footer class="comment__meta"> <article typeof="schema:Person" about="/user/21" class="profile"> </article> <p class="comment__submitted"><span rel="schema:author">Gespeichert von <span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span> am Di., 05.07.2016 - 15:32</span> <span property="schema:dateCreated" content="2016-07-05T13:32:25+00:00" class="rdf-meta hidden"></span> </p> <p class="parent visually-hidden">Antwort auf <a href="/comment/76#comment-76" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Guten Tag Herr Klemm,</a> von <span lang="" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Alfons Rothalm</span></p> <a href="/comment/77#comment-77" hreflang="de">Permalink</a> </footer> <div class="content"> <h3 property="schema:name" datatype=""><a href="/comment/77#comment-77" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="de">Hallo Herr Rothalm,</a></h3> <div property="schema:text" class="clearfix text-formatted field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>leider bin ich kein Spezialist bei der Problematik Krankenversicherung. Meines Erachtens kann Ihre Frau bei einem Minijob bis 450 € familienversichert bleiben.<br /> Ich würde Ihnen aber empfehlen, mit Ihrer Krankenkasse Rücksprache diesbezüglich zu nehmen.</p> <p>Viele Grüße.<br /> Thilo Klemm vom Buchhalterprofi-Team</p></div> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderLinks" arguments="0=77&amp;1=default&amp;2=de&amp;3=" token="6ftyCLCor-GaX6lZduntQFif5NmIFu946DPNwFCgHVI"></drupal-render-placeholder> </div> </article> </div> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=108&amp;2=comment&amp;3=comment" token="KPmOBUu4hSoRN1ML2el13lPLXiIrjX9BfwPwi1xrD34"></drupal-render-placeholder> </section> Sat, 01 Dec 2012 14:28:08 +0000 Thilo Klemm 108 at http://www.buchhalterprofi.de Geringfügig Beschäftigte – was Sie jetzt wissen müssen! http://www.buchhalterprofi.de/node/76 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Geringfügig Beschäftigte – was Sie jetzt wissen müssen!</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Unter einer geringfügigen Beschäftigung versteht man zum Einen ein Arbeitsverhältnis, bei dem das regelmäßige Arbeitsentgelt nicht höher als 400 € monatlich ist, und zum Anderen ein Beschäftigungsverhältnis, das kurzfristig auf maximal 2 Monate oder 50 Arbeitstage ausgelegt ist. Bei Letzterem spricht man auch von einer kurzfristigen Beschäftigung. Die Definition findet sich im §8 SGB IV. Beide Beschäftigungsverhältnisse sind unterschiedlich abzurechnen. Nachfolgend wird die erste Variante – die geringfügig entlohnte Beschäftigung oder „Minijob“ – näher erläutert.</p> <h3>Abgaben bei einem 400-Euro-Job</h3> <p>Das Besondere bei einem Minijob ist, dass der Arbeitnehmer in der Regel keine Abgaben zu zahlen hat. Der Arbeitgeber übernimmt die pauschalen Abgaben in Höhe von gesamt 30%. Diese gliedern sich auf in</p> <ul><li>15% pauschale Rentenversicherungsbeiträge,</li> <li>13% pauschale Krankenversicherungsbeiträge,</li> <li>2% pauschale Steuer, kann bei Vorlage der Lohnsteuerkarte entfallen</li> </ul><p>Die Beiträge beziehen sich auf gewerblich Beschäftigte. Für Privathaushalte gelten niedrigere Beiträge und zum Teil vereinfachte Abwicklungen.</p> <p>Der Arbeitgeber hat allerdings die Möglichkeit, sofern er es vertraglich mit dem Arbeitnehmer vereinbart, die 2% pauschale Steuer an den Arbeitnehmer abzuwälzen. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber nur 28% der Abgaben trägt, und 2% dem Arbeitnehmer abgezogen werden. Legt der Arbeitnehmer eine Lohnsteuerkarte bzw. eine entsprechende Bescheinigung vor, erfolgt die Besteuerung nicht pauschal, sondern nach der Steuerklasse.</p> <p>Anders als bei üblichen Beschäftigungsverhältnissen ist nicht die Krankenkasse des Arbeitnehmers sondern die Minijobzentrale zuständig. Der Arbeitgeber hat die Anmeldung an die Minijobzentrale – oder auch Knappschaft Bahn-See – vorzunehmen, und dort hin auch die Beiträge abzuführen.</p> <h3>400-Euro-Grenze – was gehört dazu</h3> <p>Bereits bei der Einstellung ist zu prüfen, ob die 400-Euro-Grenze nicht überschritten wird. Dabei zählen zum Arbeitsentgelt auch einmalige vereinbarte Zahlungen, wie Weihnachtsgeld, oder Urlaubsgeld. Ist zum Beispiel ein monatliches Arbeitsentgelt von 395 € vereinbart, und zusätzlich ein Weihnachtsgeld von 50 €, muss wie folgt geprüft werden:</p> <p>395 € x 12 Monate + 50 € = 4790 € Jahresbrutto<br /> 4790 € : 12 = 399,17 € durchschnittliches monatliches Brutto</p> <p>Das Beschäftigungsverhältnis ist also noch ein Minijob. Würde zusätzlich noch ein zusätzliches Urlaubsgeld von 50 € bezahlt werden, läge der Jahresbruttoverdienst bei 4840 €, bzw. bei monatlich 403,33 €, was zur Folge hätte, dass das gesamte Arbeitsverhältnis sozialversicherungspflichtig wird.</p> <p>Nicht zu dem 400 € zählen Lohnbestandteile, die sozialversicherungsfrei sind, dazu gehören zum Beispiel:</p> <ul><li>Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge, bis zur Höhe laut §3b EStG</li> <li>Sachbezüge bis 44 €</li> <li>pauschal versteuerte oder steuerfreie Zulagen, wie Fahrtkostenzuschüsse, Kindergartenzuschüsse</li> </ul><p>Das bedeutet, erhält ein Arbeitnehmer monatlich 400 €, kann er zusätzlich Sonn- Feiertags- und Nachtzuschläge sowie Fahrtkostenzuschüsse usw. erhalten.</p> <h3>Sozialversicherungen bei Minijobs</h3> <p>Obwohl pauschale Abgaben an die Renten- und Krankenversicherung bezahlt werden, ist der Arbeitnehmer bei einem Minijob nicht selbst krankenversichert. Er zahlt keine Beiträge in die Arbeitslosenversicherung ein, und es werden ihm keine Beitragsjahre in der Rentenversicherung angerechnet. Letzteres kann er allerdings durch die Erklärung auf den Verzicht der Rentenversicherungsfreiheit trotzdem erreichen.</p> <p>Minijobs sind also lediglich für die Arbeitnehmer interessant, die durch eine Familienversicherung die Möglichkeit zur Krankenversicherung haben, oder eine andere Beschäftigung oder Sozialleitungen einen Krankenversicherungsschutz haben.</p> <h3>Wichtige Besonderheiten</h3> <p>Das Besondere bei Minijobs ist, dass mehrere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse zusammengerechnet werden müssen. Hat also ein neuer Arbeitnehmer bereits einen Minijob bei dem er regelmäßig 100 € verdient, darf er nur noch maximal 300 € monatlich bei einem zweiten Job erhalten. Liegt der Verdienst darüber, werden beide Beschäftigungsverhältnisse sozialversicherungspflichtig. Der Arbeitgeber hat deshalb die Verpflichtung, den Arbeitnehmer dazu schriftlich zu befragen, ob er bereits ein anderes Beschäftigungsverhältnis hat. Falls dies versäumt wird, kann die Minijob-Zentrale hohe Nachzahlungen einfordern. Da aufgrund des sogenannten Nachweisgesetzes ohnehin die Verpflichtung besteht, innerhalb von 4 Wochen die vereinbarten Konditionen schriftlich festzuhalten, ist es auch bei Minijobbern dringend anzuraten, einen schriftlichen Arbeitsvertrag auszustellen.</p> <p>Übrigens haben Minijobber den gleichen Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankheit oder bei Beschäftigungsverboten in der Schwangerschaft wie sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Deshalb besteht die Umlagepflicht für die U2 und eventuell auch für die U1 genauso wie bei anderen Krankenkassen.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Mi., 09.05.2012 - 13:18</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=76&amp;2=comment&amp;3=comment" token="sJ_UIyQ90zvYFCIevMbx_95Z7pdNofcckWbJLUB-ZJY"></drupal-render-placeholder> </section> Wed, 09 May 2012 11:18:38 +0000 Thilo Klemm 76 at http://www.buchhalterprofi.de Behandlung von Minijobs bei Doppelbeschäftigung http://www.buchhalterprofi.de/node/78 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Behandlung von Minijobs bei Doppelbeschäftigung</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Bei den sogenannten Minijobs darf der Verdienst des Arbeitnehmer 400 € im Monat nicht überschreiten. Zu beachten ist allerdings, dass auch Arbeitsentgelte von anderen Arbeitgebern in diese Grenze mit eingerechnet werden müssen. Wird die Summe überschritten, werden beide Arbeitsverhältnisse sozialversicherungspflichtig.Verschiedene Konstellationen sind dabei möglich:</p> <h3>Zwei Minijobs unter 400 €</h3> <p>Hat ein Arbeitnehmer zwei geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, werden beide Verdienste zusammengerechnet. Schwanken die monatlichen Entgelte ist der Durchschnitt der letzten 12 Monate zu nehmen.</p> <p>Beispiel: 1. Minijob regelmäßig 200 €, 2. Minijob unregelmäßig zwischen 50 € und 300 €<br /> Bei dem zweiten Arbeitsverhältnis liegt die Summe der letzten 12 Monate bei 2160 €, was ein durchschnittliches Entgelt von 180 € ergibt.<br /> Summiert man die beiden Beschäftigungsverhältnisse: 200 € + 180 € = 380 €, liegt der durchschnittliche Verdienst unter 400 € und beide Beschäftigungen bleiben geringfügig.</p> <h3>Zwei Minijobs über 400 €</h3> <p>Nimmt man das obige Beispiel, und würde sich bei dem 2. Arbeitsverhältnis ein durchschnittlicher Verdienst aus den letzten 12 Monaten von 220 € ergeben, würden beide Beschäftigungen sozialversicherungspflichtig.</p> <p>Im §8 Abs. 2 S.2 SGB IV wird allerdings auch festgelegt, dass die Sozialversicherungspflicht erst mit Bekanntgabe durch die Einzugsstelle der Rentenversicherung eintritt. Die Minijob-Zentrale, bei der alle geringfügig Beschäftigten gemeldet werden, prüft anhand der Meldungen, ob für eine Person mehrere Beschäftigungen gemeldet sind. Falls das der Fall ist, werden die Arbeitgeber angeschrieben und aufgefordert, die durchschnittlichen Verdienste zu melden. Wird festgestellt, dass die Verdienstgrenze überschritten ist, ergeht an beide Arbeitgeber ein Bescheid, in dem die Sozialversicherungspflicht festgestellt wird.</p> <p>Allerdings steht der Arbeitgeber nach wie vor in der Pflicht, die Doppelbeschäftigung bei der Einstellung zu prüfen. Versäumt er dies, kann die Minijob-Zentrale festlegen, dass das Beschäftigungsverhältnis rückwirkend ab Beginn sozialversicherungspflichtig wird.</p> <h3>Minijob und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung</h3> <p>Hat ein Arbeitnehmer eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, kann er daneben eine geringfügige Beschäftigung ausüben. Eine weitere geringfügige Beschäftigung wird automatisch sozialversicherungspflichtig, auch wenn die Summe der beiden Minijobs unter 400 € liegt.</p> <p>Beispiel: 1. Job SV-pflichtig 600 € Verdienst, 2. Job geringfügig mit 50 € monatlich, 3. Job geringfügig mit 300 € monatlich<br /> Der 3. Job wird also – unabhängig davon, dass die 400 € – Grenze nicht erreicht wird, sozialversicherungspflichtig. Der Arbeitnehmer kann dabei nicht wählen, welcher der beiden Minijobs sozialversicherungspflichtig abgerechnet werden soll. Es zählt lediglich die zeitliche Reihenfolge der Anmeldung.</p> <p>Zu beachten ist bei dieser Konstellation, dass die Arbeitslosenversicherung für den 2. Minijob nicht anfällt. Die Anmeldung hat also mit dem Beitragsgruppenschlüssel 1101 zu erfolgen. Hierfür wird allerdings in jedem Fall der Bescheid der Minijob-Zentrale benötigt, der bei einer späteren Prüfung unbedingt mit vorgelegt werden muss.</p> <h3>Beachtung der Gleitzone</h3> <p>Bei der Gleitzone handelt es sich um einen Bereich zwischen 400,01 € und 800 €, in dem nicht die vollen Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden müssen, sondern nach einer jährlich neu festgelegten Formel gestaffelt berechnet werden. Als Basis dafür muss immer der gesamte Bruttoverdienst hinzugezogen werden.</p> <p>Wird bei zwei Minijobs die Sozialversicherungspflicht festgestellt, liegt die Summe der beiden Verdienste in der Regel im sogenannten Gleitzonenbereich. Um hier die Berechnung richtig erstellen zu können, ist es allerdings erforderlich, den Fremdverdienst – also den Verdienst des zweiten Arbeitgebers – mit hinzuzuziehen. Die Berechnung der Gleitzone ist relativ komplex, kann allerdings von jedem vernünftigen Lohnprogramm abgerechnet werden. Wichtig ist allerdings, dass der Fremdverdienst monatlich abgefragt, und bei den Lohnunterlagen aufbewahrt werden.</p> <h3>Lohnsteuerliche Behandlung</h3> <p>Wird ein Beschäftigungsverhältnis sozialversicherungspflichtig, ist es auch lohnsteuerpflichtig. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer ab Eintritt der Sozialversicherungspflicht eine Lohnsteuerkarte bzw. eine Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug vorlegen muss. Unterlässt er dies, muss mit der Steuerklasse sechs abgerechnet werden. Bei Doppelbeschäftigungen wird also immer mindestens ein Arbeitsverhältnis mit der Steuerklasse sechs berechnet.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Sam, 14.04.2012 - 13:27</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=78&amp;2=comment&amp;3=comment" token="gqdxo0DEdyaM5ZCiBBKz75MOrJGBO3oR7mBgIKBWJtY"></drupal-render-placeholder> </section> Sat, 14 Apr 2012 11:27:38 +0000 Thilo Klemm 78 at http://www.buchhalterprofi.de