Arbeitnehmer http://www.buchhalterprofi.de/taxonomy/term/107 de Geschenke oder Aufmerksamkeit – Unterschied in der steuerlichen Behandlung http://www.buchhalterprofi.de/node/132 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Geschenke oder Aufmerksamkeit – Unterschied in der steuerlichen Behandlung</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Geschenke oder kleine Aufmerksamkeiten gegenüber Geschäftspartnern sind mittlerweile selbstverständlich im Geschäftsleben geworden. Der Gesetzgeber hat allerdings hinsichtlich des Umfangs dieser Geschenke klare Regeln festgelegt. Als Unternehmer sollte man diese Grenzen unbedingt kennen, damit man bei einer Betriebsprüfung nicht unangenehme Steuernachzahlungen zu befürchten hat.</p> <h3>Geschenke an befreundete Unternehmen</h3> <p>Das Einkommensteuergesetz §4 Abs. 5 Nr. 1 schreibt vor, dass Geschenke nicht steuerlich absetzbar sind, außer die Anschaffungskosten liegen unter 35 €. Die Formulierung ist eindeutig dahingehend, dass Geschenke, die teurer als 35 € sind, gar nicht absetzbar sind. Bei den 35 € handelt es sich also nicht um einen Freibetrag sondern um eine Freigrenze.</p> <p>Der angegebene Wert von 35 € bedeutet außerdem für umsatzsteuerpflichtige Unternehmen der Nettowert. Das heißtt, kauft ein Unternehmen ein Geschenk für 41 € und ist es zum Vorsteuerabzug berechtigt, so beträgt der Anschaffungswert 34,45 € und ist somit voll als Betriebsausgabe absetzbar. Würde ein Kleinunternehmer der nach § 19 UStG von der Umsatzsteuer befreit ist, das gleiche Geschenk einkaufen, würde der Anschaffungswert bei 41 € liegen, und wäre somit gar nicht als Betriebsausgabe anzusehen.</p> <p>Eine weitere Einschränkung besteht darin, dass sich die 35 € als Summe aus allen Geschenken, die ein Unternehmer während eines Geschäftsjahres erhält, versteht. Würde man also dem Geschäftspartner als Dank für einen gelungen Geschäftsabschluss ein Geschenk im Wert von 20 € überreichen, und als Weihnachtsgeschenk das ebenfalls 20 € teure Geschenk überreichen, so würde die Summe bei 40 € liegen, so dass beide Geschenke nicht absetzbar sind!</p> <p>Für die Absetzbarkeit ist übrigens wichtig, dass der Beleg die entsprechenden Angaben enthält. So muss vermerkt werden, wem und zu welchem Anlass das Geschenk überreicht wurde.</p> <h3>Geschenke an Arbeitnehmer</h3> <p>Bei Geschenken an Arbeitnehmer gelten andere steuerliche Richtlinien. Man spricht in diesem Zusammenhang von sogenannten Sachzuwendungen, die als Teil der Entlohnung zu betrachten sind, und der Lohnsteuer unterliegen. Laut R 19.6 Abs. 1 LStR sind Sachzuwendungen die „… im gesellschaftlichen Verkehr üblicherweise ausgetauscht werden …“ und 40 € nicht überschreiten, als Aufmerksamkeiten zu betrachten und unterliegen nicht der Besteuerung. Damit sind zum Beispiel Blumen oder kleine Präsente zum Geburtstag, zum Firmenjubiläum, zur Hochzeit oder ähnliches gemeint. Würde ein Arbeitgeber aus Freude an seiner eigenen Hochzeit allen weiblichen Mitarbeiterinnen einen kleinen Blumenstrauß im Wert von 15 € überreichen, so würde es sich nicht um eine Aufmerksamkeit in diesem Sinne handeln. Die 40 € Freigrenze greift hier also nicht.</p> <p>Liegt der Wert eines Geschenkes unter 44 €, so kommt bei einem Mitarbeiter die Freigrenze lt. §8 Abs. 2 S. 9 EStG zur Anwendung. Danach brauchen Sachzuwendungen bis maximal 44 € nicht als Einkommen versteuert werden. Der Betrag ist die Summe aller Sachzuwendungen in einem Kalendermonat. Der oben erwähnte Blumenstrauß an die einzelnen weiblichen Mitarbeiterinnen brauchen diese also trotzdem nicht versteuern, da der Wert von 44 € nicht erreicht wird.</p> <p>Erst wenn die Summe der Geschenke 44 € übersteigt, also zu dem oben erwähnten Blumenstrauß noch ein Tankgutschein von 30 € überreicht wird, sind beide (!) Geschenke als Einkommen bei Arbeitnehmer zu versteuern. Der Arbeitgeber kann – unabhängig von den erwähnten steuerlichen Behandlungen – die Ausgaben immer als Betriebsausgabe absetzen.</p> <h3>Aufmerksamkeiten</h3> <p>Gegenüber Geschäftspartnern spricht mach von Aufmerksamkeiten, sofern es sich um sogenannte Streuartikel handelt. Darunter sind die kleinen Werbegeschenke gemeint, die oft in Masse angegeben werden und kein konkreter Name zuzuordnen ist. Ein Unternehmen lässt zum Beispiel Kugelschreiber, kleine Taschenkalender und Notizblöcke mit der Firmenaufschrift bedrucken. Der Preis der Artikel liegt zwischen 1 € und 2 €. Es handelt sich zwar um Werbemittel aber mit der Übergabe an den Geschäftspartner handelt es sich auch um ein Geschenk. Die 35 €-Grenze wird nicht überschritten, daher besteht kein Problem, diese als Betriebsausgabe anzusetzen. Allerdings wird es hier schwierig, alle Namen und Anlässe für die Geschenkübergabe aufzuzeichnen.</p> <p>Laut BMF-Schreiben vom 29. April 2008, wird die Grenze für diese Streuwerbeartikel auf 10 € pro Artikel festgelegt. Ein dekorativ gestalteter Wandkalender für 11 € kann also nicht mehr als Streuartikel gesehen werden, so dass die Verteilung einzeln nachgewiesen werden muss, ggf. mit anderen Geschenken an den Kunden summiert werden und die 35 € Grenze zu prüfen ist.</p> <p>Gegenüber Arbeitnehmern gestalten sich die Aufmerksamkeiten etwas anders. Natürlich sind auch hier die Streuwerbeartikel steuerfrei – schon aus der Tatsache heraus, dass bei diesen Artikeln gar nicht aufgezeichnet wird, wer diese erhält. Daneben gelten aber auch Getränke oder kleine Snacks, die bei einem Meeting gereicht werden, als Aufmerksamkeit. Schwierig wird die Grenze gerade beim Thema Essen und Getränke. So ist eine Glas Saft, ein Sandwich und ein Kaffee während einer Besprechung eine Aufmerksamkeit, das Gleiche wäre aber bei einer kostenlosen Abgabe in der Kantine eine Verpflegung und müsste als geldwerter Vorteil versteuert werden.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Di, 16.07.2013 - 16:25</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar schreiben</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=132&amp;2=comment&amp;3=comment" token="gTCEJizV7DWgsOolMviGK_yn59qAj5im10KI1NSVj5g"></drupal-render-placeholder> </section> Tue, 16 Jul 2013 14:25:10 +0000 Thilo Klemm 132 at http://www.buchhalterprofi.de Betriebliche Altersvorsorge http://www.buchhalterprofi.de/node/104 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Betriebliche Altersvorsorge</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Dass die gesetzliche Rentenversicherung keinen gesicherten Altersruhestand mehr verspricht, ist längst kein Geheimnis mehr. Obwohl immer noch viel zu viele Arbeitnehmer den Kopf in den Sand stecken und sich mit dem Thema nicht beschäftigen oder als „unbezahlbar“ abkanzeln, nimmt die Altersvorsorge außerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung zu. Nicht zuletzt deshalb, da der Staat die drei Säulen der Altersvorsorge mit staatlichen Subventionen fördert.</p> <p>Man unterscheidet zwischen:</p> <ul><li>der gesetzlichen Rentenversicherung – ein Teil der Pflichtversicherung bei den Sozialversicherungen,</li> <li>die private Altersvorsorge – Verträge oder Versicherungen die aus dem Nettoeinkommen bezahlt werden,</li> <li>die betriebliche Altersvorsorge – künftige Altersbezüge, die in Verbindung mit dem Arbeitgeber aufgebaut werden.</li> </ul><h3>Die gesetzliche Rentenversicherung</h3> <p>Diese Versicherung gibt es bereits seit mehr als 100 Jahren, und ist nach wie vor der wichtigste Baustein beim Aufbau von künftigen Rentenzahlungen. Der Arbeitgeber übernimmt hier die Hälfte der Beiträge und wird als Pflichtversicherung geführt. Der Staat kontrolliert die Beiträge sowie die Höhe der Rentenzahlungen. Als zusätzliche Subvention hat er vor einigen Jahren eine bessere steuerliche Absetzbarkeit der gesetzlichen Versicherung eingeführt.</p> <h3>Die private Altersvorsorge</h3> <p>Diese Form der Vorsorge kann nach eigenem Ermessen individuell gestaltet werden. Es bieten sich Lebensversicherungen oder Sparverträge ebenso an wie Investmentfonds, Aktien oder ähnliches. Der Staat subventioniert den Aufbau von Kapital, indem er die Möglichkeit schaffte, dass bei bestimmten Versicherungsformen die Beiträge steuerlich absetzbar sind. Die maximale Höhe der absetzbaren Beiträge ist jedoch abhängig vom jeweiligen Vertrag. Daneben gibt es noch Vertragsformen, die zusätzlichen mit staatlichen Zuschüssen, wie die „Riester-Rente“ gefördert werden. Es lohnt sich also, sich hier genau zu informieren, bevor man einen Vertrag abschließt.</p> <p>Man unterscheidet bei der betrieblichen Altersvorsorge fünf Gruppen:</p> <ul><li>Pensionszusage – auch Direktzusage genannt,</li> <li>Pensionskassen,</li> <li>Pensionsfonds,</li> <li>Direktversicherungen,</li> <li>Unterstützungskassen.</li> </ul><p>Mit dem „Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge – BetrAVG“ hat der Arbeitnehmer seit 2002 einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge. Seither kann sich kein Arbeitgeber mehr dieser Problematik entziehen.</p> <h3>Die Pensionszusage</h3> <p>Bei der Pensionszusage handelt es sich um die älteste der betrieblichen Altersvorsorge und ist die klassische Form. Der Arbeitgeber verpflichtet sich, dem Arbeitnehmer nach seinem Eintritt in den Ruhestand, bei Tod oder bei Invalidität eine Betriebsrente an ihn oder an seine Hinterbliebenen zu bezahlen. Die Finanzierung der Beiträge kann entweder der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer übernehmen. Der Arbeitnehmer hat bezüglich der künftigen Zahlungen einen Rechtsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber. Dieser muss das Risiko über den Pensionssicherungs-Verein absichern.</p> <p>Bei einer rein <strong>arbeitgeberfinanzierten</strong> Direktzusage, fließen in der Ansparphase keine finanziellen Mittel. Vielmehr baut der Arbeitgeber das Kapital in Form von Pensionsrückstellungen auf. Die steuerliche Grundlage für diese Rückstellungen finden sich im §6a EStG. Hier finden sich genaue Vorschriften, unter welchen Voraussetzungen und in welcher Höhe Rückstellungen gebildet werden können. Da sich die Rückstellung gewinnmindernd auswirkt, hat der Arbeitgeber einen enormen Liquiditätsvorteil, bleiben doch Beträge unversteuert, die tatsächlich noch über einige Jahre im Betrieb verbleiben. Bei der Ansparphase handelt es sich eindeutig nicht um zugeflossenen Arbeitslohn, wodurch die Rückstellung weder der Lohnsteuer noch der Sozialversicherung unterliegen. Erst bei der Zahlung der Betriebsrente liegt Arbeitslohn (§19 Abs. Abs. Nr. 2) vor. Zu diesem Zeitpunkt sind die Beträge steuerlich und sozialversicherungsrechtlich zu behandeln. Da jedoch hinsichtlich der Versteuerung Freibeträge für Versorgungsbezüge zu beachten sind, und in der Sozialversicherung nur noch Beiträge in die Kranken- und die Pflegeversicherung eingezahlt werden müssen, profitieren sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer durch geringere Abgaben.</p> <p>Die Direktzusage kann auch durch <strong>arbeitnehmerfinanzierte</strong> Beiträge gebildet werden. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer auf einen Teil seiner Vergütung „verzichtet“ und diesen dafür für die Altersvorsorge verwendet. Dieser Betrag ist sowohl steuer- als auch beitragsfrei zu behandeln, falls er 4% der Beitragsbemessungsgrenze nicht überschreitet. Der Arbeitnehmer hat also den Vorteil, dass er direkt den Bruttobetrag in seine Altersvorsorge investieren kann. Der Arbeitgeber hat bei dieser Form ebenfalls die Beiträge als Rückstellung in der Bilanz auszuweisen, was einen entsprechenden Liquiditätsvorteil bringt. Die nachgelagerte Besteuerung wird identisch mit der arbeitgeberfinanzierten Form abgewickelt.</p> <p>Dieser Zweig der betrieblichen Altersvorsorge unterliegt übrigens nicht der staatlichen Kontrolle. Lediglich die Höhe der Rückstellungen und die Grenzen bei der arbeitnehmerfinanzierten Form sind gesetzlich festgelegt.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Do, 01.11.2012 - 15:21</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar schreiben</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=104&amp;2=comment&amp;3=comment" token="IYtA5gh2wvnUbKaZFuRzDcAfI_Z3RCb2Q_umKfHweSk"></drupal-render-placeholder> </section> Thu, 01 Nov 2012 14:21:53 +0000 Thilo Klemm 104 at http://www.buchhalterprofi.de Achtung Berufsgenossenschaft http://www.buchhalterprofi.de/node/88 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Achtung Berufsgenossenschaft</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Die Berufsgenossenschaft ist die gesetzliche Unfallversicherung, deren Beiträge jeder Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer alleine trägt. Es besteht keine Wahlmöglichkeit, bei welcher Versicherungsgesellschaft der Arbeitgeber die Versicherung abschließt. Diese absolut wettbewerbslose Versicherungsvariante hat schon oft für Unmut und Diskussion gesorgt.</p> <p>Die Beitragszahler – also die Unternehmer- kritisieren das Monopol und die damit verbundenen hohen Beiträge, die Versicherten – also die Arbeitnehmer – beklagen im Schadensfall eine unzureichende Unterstützung. Eine grundlegende Veränderung ist jedoch nicht in Sicht.</p> <h3>Es gibt verschiedene Berufsgenossenschaften</h3> <p>Mit einem 2008 in Kraft getretenen Gesetz, wurden die Berufsgenossenschaften zu verschiedenen Modernisierungen gezwungen. Daraus resultiert auch, dass es seit Beginn 2011 nur noch neun gewerbliche Berufsgenossenschaften gibt. Es gibt zum Beispiel die Bau-BG, die BG für Holz und Metall oder die Verwaltungs-BG, um nur einige zu nennen. Welche BG zuständig ist, richtet sich nach der Branche, in der das Unternehmen tätig ist. Jeder Unternehmer muss sich nach der Gründung der Firma bei seiner zuständigen BG anmelden. Falls es Zweifel an der Zuständigkeit gibt, helfen die Berufsgenossenschaften die Industrie und Handelskammern (IHK) oder die Handwerkskammern (HWK) weiter. Die BG teilt dann dem Unternehmer mit, in welchen Gefahrenklassen seine Arbeitnehmer eingestuft werden. Diese Einstufung benötigt der Unternehmer für die Jahresmeldung.</p> <h3>Beitragsberechnung</h3> <p>Die Beiträge an die Berufsgenossenschaft werden – wie auch bei den anderen Sozialversicherungen – nach dem Bruttoverdienst errechnet. Damit ist es jedoch nicht getan. Wer einmal einen Bescheid der BG gesehen hat, wird wohl spätestens bei der Hälfte aufgehört haben zu lesen, da man der scheinbar willkürlichen Ansammlung von Beiträgen, Zuschlägen und Umlagen ohnehin nicht folgen kann.</p> <p>Die sogenannte Hauptumlage – also der eigentliche Betrag – errechnet sich aus dem Arbeitsentgelt, der Gefahrenklassifizierung sowie dem Beitragsfuß. Hinzu kommen Zuschläge, die sich nach der Häufigkeit der Arbeitseinfälle im Unternehmen richten.</p> <p>Die Berufsgenossenschaften sind außerdem verpflichtet, Beiträge für den Lastenausgleich einzuziehen. Es handelt sich dabei um Beträge, die für interne und externe solidarische Ausgleiche benutzt werden. Die Beitragshöhe und die Berechnung sind gesetzlich vorgeschrieben.</p> <h3>So läuft die Beitragserhebung ab</h3> <p>Die Beiträge werden nach den Jahresarbeitsentgelten berechnet. Jedes Unternehmen muss bis zum 11. Februar des Folgejahres einen sogenannten Lohnnachweis an seine zuständige BG schicken. In diesem Nachweis gibt er die Lohnsummen je Gefahrenklasse an. Aufgrund dieser Meldung ergeht der Beitragsbescheid der BG. Der Bescheid enthält die Berechnung sowie die Zahlungsinformation. Gleichzeitig erhebt die BG eine Vorauszahlung für das laufende Jahr.</p> <p>Beispiel:<br /> Für das laufende Jahr wurden bereits 4 x 2.000 € als Vorauszahlung geleistet. Der Beitragsbescheid ergibt einen Jahresbeitrag von 10.000 €. Daraus errechnet sich eine Nachzahlung von 2000 € (10.000 € Beitrag – 8.000 € geleistete Vorauszahlung), sowie die Festsetzung der Vorauszahlung für das laufende Jahr von 4 x 2.500 € (=10.000 €). Die Nachzahlung ist in der Regel mit der ersten Vorauszahlung zu begleichen. Die Anzahl der Raten, in denen die Vorauszahlung zu leisten ist, können die Berufsgenossenschaften festlegen. Die Regel sind vier bzw. sechs Raten.</p> <p>Ab 2014 ist eine Neuerung in der Beitragsmeldung geplant. Die Lohnnachweise sollen wegfallen, stattdessen sollen die Beiträge anhand der bei den DEÜV-Meldungen angegebenen Arbeitsentgelten verwendet werden. Dafür wurde vor einigen Jahren die Meldung um die Angaben für die BG erweitert. Außerdem wurde ab diesem Jahr (2012) die neue 91er-Meldung eingeführt, die in bestimmten Fällen mit abzugeben ist. Es bleibt abzuwarten, ob der Termin für diese Veränderung eingehalten wird.</p> <h3>Welches Arbeitsentgelt ist zu melden</h3> <p>Laut <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__14.html">§14 Abs. 1 SGB IV</a> zählen zum Arbeitsentgelt „… alle laufenden und einmaligen Einnahmen …, gleichgültig … in welcher Form…“ sie geleistet werden. Diese Definition lässt nicht viele Ausnahmen zu. Trotzdem stellt sich im Detail häufig die Frage, wie der eine oder andere Mitarbeiter zu handhaben ist. Im Zweifel sollten die Berufsgenossenschaften angesprochen werden. Manche bieten diesbezüglich bereits im Internet Unterstützung. So veröffentlicht zum Beispiel die Bau-BG eine <a href="http://www.bgbau.de/mitglieder/untern/lohnnachw/downloads/arbeitsentgelt.pdf">interessante Übersicht</a> im Netz, aus der die wichtigsten Lohnbestandteile mit deren Einstufung zu erstehen sind.</p> <p>Hier noch einige Beispiele:</p> <ul><li>geringfügig oder kurzfristig Beschäftigte, egal ob sie sozialversicherungspflichtig sind oder nicht, sind in voller Höhe zu melden,</li> <li>Zuschläge, wie Nacht- oder Feiertagszuschläge, sind ebenfalls in voller Höhe anzugeben, selbst wenn sie sozialversicherungs- bzw. steuerfrei sind,</li> <li>Sachbezüge oder geldwerte Vorteile, wie zum Beispiel die Kfz-Überlassung, Unterkunft oder Verpflegung, zählen ebenfalls zum Arbeitsentgelt und müssen gemeldet werden,</li> <li>Prämien, Jubiläumszuwendungen, Urlaubsabgeltungen oder sonstige Sonderzahlungen oder Vergünstigungen, gleich welcher Art, sind anzumelden.</li> <li>Direktversicherungen, die vor dem 01.01.2004 abgeschlossen wurden, oder bei denen die Beiträge 4% der Beitragsbemessungsgrenze überschreiten, sind anzugeben.</li> <li>Wert- oder Zeitguthaben, zum Beispiel für die Ansparung von Altersteilzeit- oder Pflegezeit, sind dann zu melden, wenn das Guthaben „erarbeitet“ wurde, da auch zu dem Zeitpunkt das Unfallrisiko bestand.</li> </ul><p>Nicht zu melden sind zum Beispiel:</p> <ul><li>Kurzarbeitergeld, Kurzarbeiterzuschüsse,</li> <li>Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen,</li> <li>Abfindungen wegen Arbeitsplatzverlust,</li> <li>pauschal versteuert Fahrtkostenzuschüsse,</li> <li>Beiträge an eine Direktversicherung, sofern sie der Arbeitgeber bezahlt, oder die Beiträge aus einer Gehaltsumwandlung bezahlt werden und 4% der Beitragsbemessungsgrenze nicht überschritten werden.</li> </ul><p>Die Meldungen werden übrigens ab den Prüfungszeiträumen 2009 von den Rentenversicherungsträgern geprüft. Bei der Einstufung der einzelnen Lohnbestandteile bei der EDV-gestützten Lohnbuchhaltung sollte man sorgsam vorgehen. Werden falsche Lohnnachweise abgegeben, kann es bei einer Prüfung zu Nachzahlungen kommen, oder es werden vielleicht zu hohe Arbeitsentgelte gemeldet, was zu unnötig hohen Beiträge führt.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Do, 19.07.2012 - 13:49</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar schreiben</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=88&amp;2=comment&amp;3=comment" token="0pH7Y9CtNjOHaqIFC-gTtj-5rdeuHHA8ew3MPZ3GAK8"></drupal-render-placeholder> </section> Thu, 19 Jul 2012 11:49:21 +0000 Thilo Klemm 88 at http://www.buchhalterprofi.de http://www.buchhalterprofi.de/node/88#comments Änderungen zur regelmäßigen Arbeitsstätte http://www.buchhalterprofi.de/node/65 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Änderungen zur regelmäßigen Arbeitsstätte</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Mit den Urteilen des Bundesfinanzhofs vom 09.07.2011 und dem darauffolgendem BMF Schreiben vom 15.12.2011, gab es wichtige Änderungen bezüglich der regelmäßigen Arbeitsstätte eines Arbeitnehmers. Die Grundsatzurteile ändern die bisherige Rechtslage, nach der ein Arbeitnehmer mehr als eine regelmäßige Arbeitsstätte haben kann und sie sind seit der Bekanntgabe auf alle offenen und zukünftigen Fälle anzuwenden.</p> <p>Ein kurzes Resümee der Urteile als Einstieg in die Thematik:</p> <p><strong>VI R 55/10:</strong><br /> Der Arbeitnehmer suchte vor Arbeitsantritt stets einen Kellerraum des Arbeitgebers auf, welcher in der Nähe der Wohnung lag. In diesem führte er Wartungs- und Optimierungsarbeiten an der dort installierten EDV-Anlage des Arbeitgebers durch, bevor er den Weg zur Einrichtung des Arbeitgebers mit einem Firmen-PKW antrat. Diese Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit setzte er als Dienstreisen an, da der Keller seiner Auffassung nach die regelmäßige Arbeitsstätte darstellt. Finanzgericht und Finanzamt widersprechen an dieser Stelle, da der qualitative Schwerpunkt der Arbeit nicht im Kellerraum bei der Wohnung lag und fügten an, dass der regelmäßige Besuch einer Betriebseinrichtung nicht zur Begründung einer regelmäßigen Arbeitsstätte ausreicht.<br /> » Somit können nur 0,30 € für die einfache Strecke zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte als Werbungskosten angesetzt werden.</p> <p><strong>VI R 36/07:</strong><br /> Der Arbeitnehmer hatte hier in mehreren Betriebsstätten des Arbeitgebers in regelmäßigen und unregelmäßigen Abständen zu tun. In diesem Fall konnte nach BFH-Urteil keine regelmäßige Arbeitsstätte festgelegt werden, da der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit des Arbeitgebers nicht festgestellt werden konnte. Demnach hat dieser Arbeitnehmer keine regelmäßige Arbeitsstätte und alle beruflich zurückgelegten Wege sind Dienstreisen.<br /> » Somit könne alle Wege zu 0,30 € je gefahrenem Kilometer als Werbungskosten angesetzt werden.</p> <p><strong>VI R 58/09:</strong><br /> Der Arbeitnehmer suchte in diesem Fall den Sitz des Betriebs nur zu Kontrollzwecken auf, ohne dort jedoch seiner beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Hier entschied der BFH, dass die regelmäßig aufgesuchte Betriebsstätte nach den gegebenen Tatsachen nicht die regelmäßige Arbeitsstätte des Arbeitnehmers ist, da der Schwerpunkt der Tätigkeit woanders liegt.<br /> » Somit könne alle Wege zu 0,30 € je gefahrenem Kilometer als Werbungskosten angesetzt werden.</p> <p>Die regelmäßige Arbeitsstätte eines Arbeitnehmers muss nun folgende Tatbestände erfüllen:</p> <ul><li>wenn die dienstrechtlichen und/oder arbeitsvertraglichen Regelungen und Festlegungen den Arbeitnehmer einer Betriebsstätte oder Einrichtung dauerhaft zuweisen oder</li> <li>er nach den oben genannten Regelungen a) arbeitstäglich oder b) einen vollen Arbeitstag oder c) mindestens ein Fünftel seiner vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit in einer Betriebsstätte oder Einrichtung des Arbeitgebers tätig werden soll (nach Prognose zu beurteilen)</li> </ul><p>Von dieser Regelung abweichende Gegebenheiten müssen vom Arbeitnehmer gegenüber dem Finanzamt glaubhaft gemacht werden. Hierbei ist nachzuweisen, dass sich der qualitative Schwerpunkt der Arbeit an einem anderen Ort als der regelmäßigen Arbeitsstätte befindet, welche sich aus den obigen Tatbeständen ergibt.<br /> Außerdem besteht die Möglichkeit, dass ein Arbeitnehmer keine regelmäßige Arbeitsstätte hat, wenn die obigen Bedingungen nicht erfüllt sind und der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit nicht ermittelt werden kann.</p> <p>Sie haben weitere Fragen zu dieser komplexen Thematik? Dann nehmen Sie mit meinem Team <a href="http://www.buchhalterprofi.de/kontakt.php">Kontakt</a> auf und wir können Ihre Situation in einem persönlichen Gespräch erfolgreich klären.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Fr, 17.02.2012 - 12:48</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar schreiben</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=65&amp;2=comment&amp;3=comment" token="CjAkHiB13vKN1b_bf665Z85l9BLJbHaNxdAz1gFUm_U"></drupal-render-placeholder> </section> Fri, 17 Feb 2012 11:48:34 +0000 Thilo Klemm 65 at http://www.buchhalterprofi.de http://www.buchhalterprofi.de/node/65#comments