Umsatzsteuer http://www.buchhalterprofi.de/index.php/taxonomy/term/20 de Registrierkassen – was sie alles können müssen http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/145 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Registrierkassen – was sie alles können müssen</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Unternehmen, die vorrangig Umsätze aus Bargeschäften erzielen, sind bei Finanzbehörden gerne Ziel von Betriebsprüfungen. Zu einfach erscheint die Möglichkeit, einige Barumsätze nicht zu registrieren bzw. nicht als solchen anzugeben. Allerdings sollte man die Betriebsprüfer keinesfalls unterschätzen. Zum einen kennen die Prüfer zahlreiche Tricks, denn sie wurden auf Besonderheiten geschult und haben oft jahrelange Erfahrung.</p> <p>Zum anderen liegt die Beweislast immer beim Unternehmer. Das heißt also, stellt der Prüfer Unregelmäßigkeiten fest – und das kann er bei vielen Unternehmen, wenn er lange genug sucht – kann er die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung anzweifeln und im schlimmsten Fall schätzen. Und nun liegt es am Unternehmer, ob er nachweisen kann, dass seine Unterlagen richtig und ordentlich sind – oder eben nicht.</p> <h3>Bareinnahmen – ein großes Risiko</h3> <p>Bareinnahmen stellen in der Regel bei Kleinunternehmen, bei Einzelhändlern oder Gastronomen die wichtigste Einnahmequelle dar. Da liegt es auf der Hand, dass die meisten Umsätze nur über die Kasse aufgezeichnet werden. Da viele Kunden keinen Beleg für Ihren Einkauf benötigen, ist es ein Leichtes für den Unternehmer, den einen oder anderen Umsatz gar nicht erst in den Büchern aufzunehmen – so zumindest denkt das Finanzamt.</p> <p>Der ehrliche Unternehmer – und das sind in Deutschland sicherlich die meisten – werden die Umsätze korrekt aufzeichnen, so dass das Finanzamt eigentlich gar keine Zweifel haben dürfte und auch keine Fehler finden kann. Aber hier liegt das große Problem.</p> <p>Die Anforderungen an eine Kassenführung sind sehr hoch. Im Gegensatz dazu sind viele Kleinunternehmer Fachleute in ihrem Bereich und Gewerbe, aber leider keine Fachleute in der Buchführung. Und genau das wissen die Prüfer!</p> <h3>Einsatz einer Registrierkasse</h3> <p>Registrierkassen sind eine große Unterstützung im täglichen Ablauf, und sind aus dem Einzelhandel gar nicht mehr wegzudenken. Die Form, Größe und die Ausstattung dieser Kassen reicht von der einfachen kleinen Kasse für 100 € bis zu großen Kassensystemen die mit den zentralen Rechensystem des Unternehmens vernetzt sind und neben den Bareinnahmen auch Auswertungen zu den Artikeln, Artikelgruppen, Warenbeständen usw. liefern. Die Grundfunktion aller Kassensysteme ist jedoch gleich – sie erfassen zeitgenau alle Bewegungen, egal ob Ein- oder Auszahlungen.</p> <p>Als Beleg für die Buchhaltung – also z.B. für die Hauptkasse oder die Kasse der Filiale – dient der sogenannte Z-Beleg. Darunter versteht man einen Beleg, der mit einer laufenden Nummer versehen ist und alle Bewegungen – Anfangsbestand sowie Ein- und Auszahlungen – seit dem letzten Ausdruck aufweist. Gleichzeit werden die Umsätze in der Kasse auf 0 gesetzt.<br /> Das heißt also: Am 1. Tag wird ein Z-Beleg mit der Nr. 1 ausgedruckt, der den Umsatz des 1. Tages ausweist, am 2. Tag hat der Z-Beleg die Nr. 2 usw. Somit ist sichergestellt, dass kein Tagesumsatz unterschlagen werden kann.</p> <p>Der Einsatz einer Registrierkasse entbindet jedoch nicht von der Verpflichtung, einen Kassensturz zu erstellen. Damit ist gemeint, dass das Bargeld, welches sich genau in diesem Moment in der Kasse befindet, mit dem Ausdruck – dem sogenannten X-Beleg oder Zwischenbeleg – übereinstimmt. Es ist daher dringend zu raten, dass beim täglichen Kassenabschluss auch ein Kassensturz gemacht wird, um mögliche Fehler sofort zu erkennen. Es ist übrigens unrealistisch, wenn bei vielen Geldbewegungen die Kasse immer auf den Cent genau stimmt. Ein gewisser Schwund oder Fehlbestand ist real und sollte daher durchaus angegeben werden. Es zeigt die Wirklichkeit und dass die Kasse tatsächlich auch kontrolliert wird.</p> <h3>Erweiterte Anforderungen an eine Registrierkasse</h3> <p>Da die Daten bei einer Registrierkasse elektronisch gespeichert werden, sind weitere Vorschriften einzuhalten. Darunter zählen, dass die Möglichkeit bestehen muss, die Daten unverzüglich lesbar zu machen, dass die Daten jederzeit verfügbar und dass sie maschinell auswertbar sein müssen.</p> <p><a href="http://www.elektronische-steuerpruefung.de/bmf/schreiben-aufbewahrung-digitaler-unterlagen-bei-bargeschaeften.pdf">In einem Schreiben vom 26.11.2010</a> (PDF) weist das BMF darauf hin, dass die bloße Aufbewahrung der ausgedruckten Belege nicht ausreichend ist. Im Speicher des Gerätes müssen alle einzelnen Vorgänge abrufbar sein – das heißt also, es reicht nicht aus, dass am Tag X 200 Bücher verkauft wurden, sondern es muss jeder einzelne Verkaufsvorgang nachvollziehbar und abrufbar sein.</p> <p>Nun haben viele ältere Registrierkassen das Problem, dass die Speicher für solche Anforderung gar nicht ausreichen. Hinzu kommt, dass in der Zwischenzeit die Kasse längst defekt ist, und die gespeicherten Daten gar nicht mehr abrufbar oder vorhanden sind. Genau hier ist der Unternehmer in der Pflicht, auf neue Kassensysteme umzurüsten. Das BMF hat den Unternehmen eine Übergangsfrist bis 31.12.2016 gegönnt, um gerade kleine Unternehmen nicht übermäßig zu belasten. Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass in der Zwischenzeit alle möglichen Anpassungen, sowohl Updates der Software oder Möglichkeiten der Speichererweiterung genutzt werden muss. Keinesfalls reicht die innere Gewissheit „ich habe ja noch bis 2016 Zeit!“.</p> <p>Wer also ein Unternehmen hat, der Bargeschäfte abwickelt, sollte dringend überlegen, ob nicht die Anschaffung einer neuen Registrierkasse bereits vor 2016 möglich ist. Denn oft sind neue Kassen nur geringfügig teurer als die Aufrüstung der alten Geräte. Gleichzeitig hat man die Gewissheit, den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und der nächsten Betriebsprüfung etwas lockerer entgegenzusehen.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/index.php/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Do., 28.11.2013 - 16:41</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=145&amp;2=comment&amp;3=comment" token="a33qdQaTba_r0l1vv_FwBZIgC6oqt3O6UNjiRBrveEo"></drupal-render-placeholder> </section> Thu, 28 Nov 2013 15:41:31 +0000 Thilo Klemm 145 at http://www.buchhalterprofi.de http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/145#comments Neue Vorschriften bei der Rechnungsstellung http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/144 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Neue Vorschriften bei der Rechnungsstellung</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Die Ausstellung der Rechnung ist gewissen gesetzlichen Vorschriften unterlegen. Doch wer denkt, das einmal entworfene Rechnungsformular würde die nächsten Jahrzehnte überdauern, hat sich geirrt. In den letzten Jahren wurden die Pflichtangaben auf den Belegen immer mehr erweitert. Zuletzt gab es Mitte diesen Jahres einige Veränderungen im §14a UStG, die künftig zu beachten sind.</p> <h3>Zusatz „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“</h3> <p>Im Umsatzsteuerrecht gibt es laut §13b Abs. 5 UStG bestimmte Konstellationen, nach denen die Umsatzsteuer nicht auf der Rechnung ausgewiesen, sondern der Nettobetrag an den Geschäftspartner berechnet wird. Der Geschäftspartner – sofern er ein Unternehmer ist – hat von dieser Rechnung die Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. Gleichzeitig kann er den Betrag als Vorsteuer abziehen, so dass keine tatsächliche Belastung entsteht.</p> <p>Seit Mitte diesen Jahres ist es nun lt. §14a Abs. 5 UStG Pflicht, auf solchen Rechnungen den Zusatz „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ anzubringen. Gleichzeitig darf natürlich weder ein Steuersatz noch eine Umsatzsteuer auf der Rechnung angegeben werden. Der Gesetzgeber schreibt genau diese Wortkonstellation vor.</p> <p>Gerade bei internationalen Geschäften wird häufig die englische Bezeichnung „Reverse-Charge“ angegeben. Es wird davon ausgegangen, dass die Finanzbehörden diese Bezeichnung nicht bemängeln.</p> <p>Für den Leistungsempfänger spielt es übrigens hinsichtlich des Vorsteuerabzuges keine so große Rolle, ob der vorgeschriebene Wortlaut korrekt ist. Lt. §15 Abs. 1 Nr. 5 UStG ist der Unternehmer bei sogenannten 13b-Geschäften zum Vorsteuerabzug spätestens bei der Zahlung des Betrages berechtigt. Es bleibt wohl abzuwarten, wie die Finanzbehörden Fehlverhalten bzw. fehlende oder abweichende Wortlaute ahnden werden.</p> <h3>Termin zur Rechnungsstellung bei innergemeinschaftlichen Lieferungen</h3> <p>Für innergemeinschaftliche Lieferungen hat der Gesetzgeber nun im §14a Abs. 3 UStG eine gesetzliche Frist bis zum 15. des darauffolgenden Monats nach Leistungserbringung gesetzt. Das bedeutet also, wenn eine Leistung am 30. durchgeführt wurde, muss spätestens am darauf folgenden 15. eine Rechnung gestellt werden. Auf der Rechnung ist die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Lieferanten und des Kunden anzugeben.</p> <p>Ein Abgleich und eine Meldung dieser Daten erfolgt über die regelmäßig zu erstellende Zusammenfassende Meldung. Darin muss jedes Unternehmen, dass innergemeinschaftliche Lieferungen durchführt, die Umsätze mit Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer der Kunden angeben. Da der Kunde in seiner Umsatzsteuervoranmeldung die Umsatzsteuer und die Vorsteuer anzugeben hat, kann hier die Richtigkeit und Vollständigkeit der Meldungen kontrolliert werden. Stellen die Finanzbehörden Abweichungen fest, wird sich sicherlich bald die nächste Umsatzsteuerprüfung anmelden.</p> <h3>Besonderheiten bei Reiseleistungen</h3> <p>Reiseleistungen unterliegen lt. §25 UStG besonderen Vorschriften. So bemisst sich die Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer in diesem Fall nicht nach dem Nettobetrag sondern an dem Differenzbetrag zwischen dem Umsatz, den der Unternehmer erzielt und den Vorleistungen, die er dafür erbracht hat.</p> <p><em>Ein Beispiel: Ein Reiseunternehmen bietet eine Ein-Tages-Fahrt zu einem Musical an. Im Reisepreis von 100 € ist die Fahrt und der Eintritt zum Musical enthalten. Für die Eintrittskarten zahlt das Reiseunternehmen 45 €. Der Unternehmer hat als Umsatzsteuer nicht 19% aus den 100 € abzuführen, sondern lediglich aus der Differenz also aus 100 € – 45 € = 55 €. </em></p> <p>Wer Rechnungen dieser Form ausstellt, hat ab sofort die Angabe „Sonderregelung für Reisebüros“ auf der Rechnung anzugeben.</p> <h3>Zusätzliche Angaben bei Differenzbesteuerungen</h3> <p>Wird bei einem Verkauf die sogenannte Differenzbesteuerung angewendet, hat der Verkäufer auf den Rechnungen künftig die Hinweise dazu anzugeben, z.B. „Gebrauchtgegenstände / Sonderregelung“, „Kunstgegenstände / Sonderregelung“ oder „Sammlungsstücke und Antiquitäten / Sonderregelung“.</p> <p>Gem. §25a UStG gibt es unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, die Umsatzsteuer lediglich auf den Differenzbetrag zwischen Einkauf und Verkauf zu erheben.<br /><em>Ein typisches Beispiel dafür ist der Autohändler. Er kauft von einer Privatperson einen Gebrauchtwagen im Wert von 1000 € an. Diesen Wagen verkauft er für 1500 € weiter. Als Bemessungsgrundlage für den Verkauf sind in dem Fall nicht die vollen 1500 € anzusehen sondern die Differenz – also 1500 – 1000 € = 500 €. Es ist also die Umsatzsteuer aus den 500 € abzuführen.</em></p> <p>Die Differenzbesteuerung kann auch auf Kunstgegenstände, Antiquitäten oder ähnliches angewendet werden.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/index.php/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Mi., 20.11.2013 - 16:40</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=144&amp;2=comment&amp;3=comment" token="kGhyXRjxKgIZUFwM4OSLk4RJtCvZGBBdHZgDTVjBhOk"></drupal-render-placeholder> </section> Wed, 20 Nov 2013 15:40:20 +0000 Thilo Klemm 144 at http://www.buchhalterprofi.de http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/144#comments Gutschriften – Änderung in 2013 http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/139 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Gutschriften – Änderung in 2013</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Wer kennt das nicht – ein Kunde bestellt Ware und erhält eine Rechnung. Aufgrund einer Reklamation gibt er einen Teil der Ware zurück oder es wird ein Preisnachlass vereinbart. Über die Differenz wird eine Gutschrift erstellt. Diese simple und gängige Belegart „Gutschrift“ hat sich nun der Gesetzgeber unter die Lupe genommen, und Unsicherheit und Verwirrung im Umsatzsteuerbereich geschaffen. Das Wort „Gutschrift“ darf künftig für diese Geschäftsabläufe nicht mehr verwendet werden.</p> <h3>Die gesetzliche Änderung</h3> <p>Mit dem Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz (AmtshilfeRLUmsG), das im Juni 2013 verabschiedet wurde, ist eine Änderung im Umsatzsteuergesetz in Kraft getreten. Im §14 UStG sind auch bisher schon die Voraussetzungen über den Rechnungsinhalt festgelegt, damit die Vorsteuer abzugsfähig ist. Nun wurde dieser Abschnitt um die Nr. 10 erweitert, in der es heißt: „… in den Fällen der Ausstellung der Rechnung durch den Leistungsempfänger oder durch einen von ihm beauftragten Dritten … die Angabe „Gutschrift”“</p> <h3>Was ist nun eine Gutschrift?</h3> <p>Um die genaue Bedeutung und die Auswirkung auf die Rechnungslegung zu verstehen, muss man sich erst im Klaren sein, welcher Vorgang denn damit gemeint ist.</p> <p>Die Vorschrift bezieht sich auf den Beleg, den der Leistungsempfänger ausstellt. Der Kunde erstellt dem Lieferanten oder einem Dritten eine Gutschrift, statt der herkömmlichen Rechnung. Diesen Vorgang findet man in vielen Bereichen, etwa wenn dem Handelsvertreter über die Provision eine Gutschrift erstellt wird. Auch viele große Firmen sind dazu übergegangen, Gutschriften über die empfangenen Leistungen zu erstellen, statt Eingangsrechnungen abzuwarten.</p> <p>In Klartext bedeutet die Gesetzesänderung, dass solche Belege – also Abrechnungen, die der Kunde dem Lieferant oder einen Dritten ausstellt – das Wort „Gutschrift“ enthalten muss, damit der Aussteller zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Soll der Beleg einem Unternehmen im Ausland zugestellt werden, könnte die Bezeichnung auch „self billing invoice“ lauten. Leider gehen hierzu die Meinungen bereits auseinander. Aufgrund der derzeitigen Unsicherheit raten einige Fachleute trotzdem das Wort „Gutschrift“ – evtl. in Klammern gesetzt – anzufügen. Es ist voraussehbar, dass bei Betriebsprüfungen genau geprüft wird, ob gerade in der Anfangszeit der Gesetzesänderung diese Vorschrift eingehalten wurde. Falls nicht können empfindliche Nachzahlungen die Folge sein.</p> <h3>Was ist nun mit der „klassischen“ Gutschrift?</h3> <p>Die Gutschrift, die aufgrund Reklamationen oder Wertberichtigungen ausgestellt wird, ist keine Gutschrift im Sinne dieses Gesetzestextes. Experten schlussfolgern daraus, dass das Wort „Gutschrift“ dafür nicht mehr verwendet werden darf. Vielmehr sollte der Beleg als „Rechnungskorrektur“, „Rechnungsberichtigung“ oder ähnliches bezeichnet werden. Das schafft sicherlich erst einmal Verwirrung und Erklärungsbedarf beim Empfänger des Beleges.</p> <p>Es gibt auch Beiträge von Fachleuten, die diese strikte Auslegung des Gesetzestextes nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich ist die Gesetzesänderung noch so jung, dass hierzu noch keine verbindliche Aussage getroffen werden kann. Letztendlich werden wohl BFH-Entscheidungen die genauen Auslegungen zeigen.</p> <h3>Wie soll jetzt verfahren werden</h3> <p>Um sicher zu sein, dass nach Jahren keine unliebsamen Steuernachzahlungen folgen,</p> <ul><li><u>müssen</u> Belege, die der Kunde dem Lieferanten bzw. einen Dritten ausstellt, das Wort „Gutschrift“ enthalten,</li> <li><u>sollten</u> Belege, die typische Rechnungskorrekturen, Preisnachlässe, Warenrückgaben sind, nicht mehr als „Gutschrift“ sondern als Rechnungsberichtigung oder Rechnungskorrektur bezeichnet werden.</li> </ul></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/index.php/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Mo., 16.09.2013 - 16:34</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=139&amp;2=comment&amp;3=comment" token="REh-0mTL7BHRnYDupBf9kgDOKL8azQOfgWXBk68r2Cw"></drupal-render-placeholder> </section> Mon, 16 Sep 2013 14:34:11 +0000 Thilo Klemm 139 at http://www.buchhalterprofi.de Warenwirtschaftssystem und Buchhaltung http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/138 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Warenwirtschaftssystem und Buchhaltung</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Warenwirtschaftssysteme (WWS) sind aus modernen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Dabei handelt es sich um eine Software, die Waren- und Dienstleistungsströme erfasst und auswertet. Das bedeutet, in dem Programm werden Artikel, Kunden, Lieferanten und auch Vertreter verwaltet werden. Sowohl die Artikelbestellung, die Auftragsverwaltung und auch die Verkaufsabwicklung einschließlich der Rechnungserstellung sind Teil eines WWS.</p> <h3>Warenwirtschaftssysteme sind fast überall einsetzbar</h3> <p>Kern eines WWS ist die Lagerhaltung und die Artikelverwaltung. So kann jeder Artikel – oder auch jede Dienstleistung – erfasst werden. Mit der Hinterlegung der Preise von Lieferanten oder Subunternehmer können Bestellungen erstellt und nachvollzogen werden. Aufgrund dieser Bestellungen können Wareneingänge verbucht werden, die sich auf den Lagerbestand auswirken. Das gleiche gilt für Aufträge und Bestellungen, die sich bei der Rechnungserstellung mindernd auf den Lagerbestand auswirken.</p> <p>Durch die gebündelte Speicherung dieser Vorgänge erhält man einen sofortigen Überblick über die unterschiedlichsten Punkte:</p> <ul><li>Bei Artikel sind Lagerbestand, durchschnittliche Einkaufspreise, Umschlaghäufigkeit bzw. Verkaufszahlen, und einiges mehr ablesbar. Die Inventurerstellung mit Zahlen für die Buchhaltung wird daher sehr erleichtert.</li> <li>In Bezug auf Lieferanten können Auswertungen über Preise, Lieferzuverlässigkeit Zahlungskonditionen, Umsatzgrößen etc. erstellt werden.</li> <li>Kunden können hinsichtlich Umsätze, A-B-C-Klassifizierungen, vertreterbezogene Auswertungen, bevorzugte Artikelgruppen oder ähnliches dargestellt werden.</li> </ul><p>Gerade die Artikelverwaltung hat sich hinsichtlich des immer mehr steigenden Online-Handels, dem immer schnelleren Umschlag, dem erhöhten Wettbewerbsdruck und den damit verbundenen niedrigeren Margen zu einem äußerst wichtigen Bereich entwickelt. Softwarehersteller reagieren darauf, und bieten häufig die Integrierbarkeit von Online-Portalen in das Warenwirtschaftssystem an. Gerade der kleine Online-Händler, der mit wenig Personal viel Waren umschlagen möchte, und trotzdem den Lagerbestand, die Bestellzeitpunkte, und die Auftragsabwicklung optimieren muss, findet in einem WWS einen großen Helfer.</p> <h3>Ersetzt das WWS das Buchhaltungsprogramm</h3> <p>Der Ablauf in einer Warenwirtschaftssystem endet in der Regel mit der Rechnungsstellung. Das kann sowohl die Eingangsrechnung des Lieferanten, als auch die Ausgangsrechnung an den Kunden sein. In einigen Fällen gibt es einen angrenzenden Bereich der OP-Verwaltung und der Möglichkeit zur Erstellung von Mahnungen. Wer also lediglich diese Bereiche selbst abdecken möchte und alle anderen Buchungen extern vornehmen lässt, findet mit einer solchen Version eine ideale Lösung.</p> <p>Die eigentliche Buchhaltung kann ein Warenwirtschaftssystem nicht. Die unterschiedlichen umsatzsteuerlichen Behandlungen müssen zwar im Warenwirtschaftssystem abgedeckt werden, da ansonsten keine korrekte Rechnungsstellung möglich ist, allerdings besteht die Buchhaltung aus viel mehr als nur Wareneingänge und Warenausgänge.</p> <h3>Übertrag in die Buchhaltungssoftware</h3> <p>Die Übernahme der im WWS gebuchten Rechnungen an die Buchhaltung erfolgt mittels einer Schnittstelle zwischen den beiden Programmen. Werden beide Systeme vom gleichen Hersteller verwendet, ist die Schnittstelle häufig gar nicht sichtbar. Tatsächlich müssen aber auch hier die Daten aus dem WWS in die Buchhaltung übertragen werden. Wird im WWS bei der Rechnungsverbuchung hauptsächlich der Lagerbestand plus oder minus und der Umsatz beim Kunden bzw. beim Lieferanten gebucht, findet sich in der Buchhaltung dieser Vorgang als Forderung an Erlös, oder als Aufwand an Verbindlichkeit wieder. Zusätzlich muss die Umsatz- bzw. die Vorsteuer gebucht werden.</p> <p>Für diesen Datenaustausch gibt es Standardschnittstellen. Das bedeutet, mit einem Export der Daten werden Dateien z.B. im csv, xml, txt Format erstellt und im Buchhaltungsprogramm eingelesen. Dieses Einlesen von externen Daten kann mittlerweile fast jedes Buchhaltungsprogramm, und dürfte keine großen Probleme darstellen.</p> <h3>Wichtige Punkte zur Entscheidungsfindung</h3> <p>Warenwirtschaftssysteme gibt es in den unterschiedlichsten Preisklassen, beginnend im dreistelligen Bereich bis zu ganz großen ERP-Systemen mit Preisen, die nach oben offen sind. Um hier nicht den Überblick zu verlieren, sollte genau überlegt werden, welche Komponenten wirklich wichtig sind. Bei groß angelegter Software, bei der nur ein Bruchteil tatsächlich genutzt wird, häufen sich schnell Anschaffungs- und laufende Wartungspreise die in keinem vernünftigen Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen. Wer sich allerdings ein sehr kleines, in sich abgeschlossenes System anschafft, kann schnell an die Grenzen stoßen. Nach zwei, drei Jahren das Programm wieder zu wechseln, da es zu klein geworden ist, kostet viel Zeit und Geld – auch das sollte überlegt werden. Es lohnt sich also, über den Tellerrand zu sehen.</p> <p>Viele Softwareherstellen bieten Demo-Versionen an, anhand derer man den Umfang und die Möglichkeiten testen kann. Grundsätzlich gilt – ein Warenwirtschaftssystem muss zum Betrieb passen – ein intensiver Vergleich lohnt sich daher.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/index.php/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Fr., 06.09.2013 - 16:32</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=138&amp;2=comment&amp;3=comment" token="nIaFLnLhuMdzGXHOU9dWh9I_4L0DR0Bwu6FnuvMl_-U"></drupal-render-placeholder> </section> Fri, 06 Sep 2013 14:32:59 +0000 Thilo Klemm 138 at http://www.buchhalterprofi.de Eigenbeleg – als Betriebsausgabe anerkannt? http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/131 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Eigenbeleg – als Betriebsausgabe anerkannt?</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>In der Buchhaltung gilt das ungeschriebene Gesetz „keine Buchung ohne Beleg“. Was einfach und selbstverständlich klingt, ist manchmal ein Problem, da kein Beleg vorhanden ist. In dieser Situation hilft ein sogenannter Eigenbeleg. Der Gesetzgeber schreibt nicht vor, dass eine Betriebsausgabe durch einen externen Beleg nachgewiesen werden muss, vielmehr besteht durch das Fehlen eines Beleges die Nachweispflicht, dass tatsächlich eine Ausgabe entstanden ist. Die Finanzbehörden werden daher Eigenbelege nur als Notlösung und nicht für jede Ausgabe anerkennen.</p> <h3>Wann benötigt man einen Eigenbeleg?</h3> <p>Nicht jede Ausgabe können Sie durch einen Eigenbeleg nachweisen. Zwar gibt es keine Grenze dafür, bis zu welcher Höhe der Beleg anerkannt wird, bei größeren Ausgaben gibt es jedoch meistens die Möglichkeit, einen Ersatzbeleg zu beschaffen. Insgesamt kann man sagen, je ordentlicher die gesamte Buchhaltung ist, und je nachvollziehbarer der Grund für das Fehlen eines Beleges ist, desto wahrscheinlicher ist es, das Finanzamt den Beleg akzeptiert.</p> <p>Die Gründe für das Ausstellen eines Eigenbeleges können unterschiedlich sein:</p> <ul><li>Der Beleg ging verloren.</li> <li>Es wurde kein Beleg ausgestellt, z.B. Parkgebühr, Telefonzelle, Trinkgeld etc..</li> <li>private Einlagen oder Entnahmen, z.B. Geld oder Gegenstände,</li> <li>Reisekostenabrechnungen, z.B. nur pauschale Verpflegungsmehraufwendungen,</li> <li>interne Belege, z.B. Lagerdifferenzen, außerplanmäßige Abschreibung bei Defekt, Abgrenzungsbuchungen oder ähnliches</li> </ul><p>Während für die letzten drei Punkte keine Mittel nach „außen abfließen“, also in der Regel kein Dritter beteiligt ist und demnach auch kein Dritter einen Beleg ausstellen kann, ist bei den ersten beiden Fällen der Eigenbeleg nur eine Notlösung.</p> <p>Kleinbeträge, für die in der Regel keine Quittung ausgestellt wird, erkennt das Finanzamt meistens problemlos an. Trinkgelder oder Gebühren für Garderoben sind sogar ausdrücklich im <a href="http://www.steuerlinks.de/richtlinie/estr-2005/r4.10.html">R4.10 Abs. 5 EStR</a> aufgeführt, sofern Sie im Zusammenhang mit einer Bewirtung stehen. Zahlt man zum Beispiel in einem Lokal bei einer Rechnung von 65 € zusätzlich 5 € Trinkgeld, so können diese 5 € anhand eines Eigenbeleges zusammen mit den Bewirtungskosten verbucht werden.</p> <p>In Fällen, in denen der Beleg nicht mehr auffindbar ist, wird das Finanzamt sicherlich genauer hinsehen. Häufig können Kopien nochmal angefordert werden, so dass gar kein Eigenbeleg notwendig ist. Das kommt natürlich auf den einzelnen Fall an. Wird zum Beispiel bei einer Dienstreise ein Stadtplan benötigt, oder werden Briefe an das Unternehmen geschickt, und der Beleg ist nicht mehr auffindbar, wird bei einer Betriebsprüfung der Beleg in der Regel anerkannt, wenn der Zusammenhang mit der Dienstreise und die Notwendigkeit nachgewiesen ist.</p> <h3>Wie muss ein Eigenbeleg aussehen</h3> <p>Damit der Beleg akzeptiert und die betriebliche Veranlassung nachgewiesen werden kann, müssen bestimmte Angaben gemacht werden. Diese etwa:</p> <ul><li>Zahlungsempfänger / Lieferant möglichst mit Anschrift,</li> <li>Bezeichnung und Menge der Leistung / des Produktes,</li> <li>Ausgabebetrag ( keine Rundungen, sondern genau!),</li> <li>Datum der Zahlung / Datum der Belegerstellung,</li> <li>Grund / Zweck der Ausstellung,</li> <li>Unterschrift</li> </ul><p>Die Angaben entsprechen also einem „normalen“ Beleg. Die Erstellung kann durchaus handschriftlich erfolgen, eine genaue Formvorgabe gibt es dafür nicht. Der Einfachheit halber empfiehlt es sich ein Formular zu erstellen, um keine der Angaben zu vergessen. Im Internet finden sich diverse Vorlagen, die je nach persönlicher Vorliebe verwendet oder verändert werden können. Natürlich reicht auch ein Standardformular, wie z.B. ein Quittungsblock.</p> <p>Die Beweiskraft des Eigenbeleges kann unterstützt werden, in dem Nebenbelege beigelegt werden, z.B. ein fehlender Portobeleg mit einer Kopie des Briefinhaltes (Kopie Anschreiben etc.), ein fehlender Tankbeleg mit einem Auszug aus dem Fahrtenbuch und ggf. km und Verbrauchs-Angabe, eine Parkgebühr in Verbindung mit der Bewirtung etc.. Im Zweifel sollte man sich einfach überlegen, „wie kann ich dem Finanzbeamten glaubhaft machen, dass ich diese Zahlung tatsächlich vorgenommen haben?“</p> <h3>Keine Vorsteuer bei Eigenbelegen</h3> <p>Grundsätzlich gilt für den Vorsteuerabzug, dass eine Rechnung mit den entsprechenden Angaben laut UStG vorhanden sein muss. Diese Angaben kann ein Eigenbeleg nicht enthalten, daher ist es in keinem Fall möglich, den Vorsteuerabzug vorzunehmen. Der Beleg wird in voller Höhe – also der Bruttobetrag – verbucht.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/index.php/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Mo., 08.07.2013 - 16:24</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=131&amp;2=comment&amp;3=comment" token="-rzhXWk28BhVlD3bVtiTi7oCtWuFX34-dVDOA3URR1g"></drupal-render-placeholder> </section> Mon, 08 Jul 2013 14:24:07 +0000 Thilo Klemm 131 at http://www.buchhalterprofi.de http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/131#comments Soll- und Istbesteuerung – darauf sollten Sie achten http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/129 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Soll- und Istbesteuerung – darauf sollten Sie achten</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Für die Führung eines Unternehmens ist es wichtig die Unterschiede zwischen der sogenannten Soll- und Istbesteuerung zu kennen. Man spricht auf von einer Besteuerung nach vereinbarten oder nach vereinnahmten Entgelten. Gemeint ist damit der Zeitpunkt, wann Erlöse oder Aufwendungen steuerrelevant erfasst werden Bei der Istbesteuerung kann davon ausgegangen werden, dass die steuerliche Belastung verschoben wird und somit ein Liquiditätsvorteil entsteht.</p> <h3>Merkmale der Sollbesteuerung</h3> <p>Die Besteuerung nach vereinbarten Entgelten – also die Sollbesteuerung – ist die reguläre Form. Eingangsrechnungen und Ausgangsrechnungen werden zum Zeitpunkt des Ein- bzw. Ausgangs gebucht. Der Vorsteuerabzug ist mit Vorliegen einer entsprechenden Rechnung lt. §15 UStG möglich, die Umsatzsteuer ist nach §13 UStG zu buchen und bei der nächsten Umsatzsteuervoranmeldung zu erklären und abzuführen. Gerade liquiditätsschwache Unternehmen haben mit dieser Form der Besteuerung häufig ein Problem, da sie die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen müssen, obwohl die Zahlung vom Kunden noch nicht eingetroffen ist.</p> <p><em>Beispiel:</em><br /> Ein Unternehmen beendet seine Lieferung am 25.03., die Rechnung wird am gleichen Tag mit einem Zahlungsziel von 30 Tagen gestellt. Die Zahlung des Kunden geht vereinbarungsgemäß am 24.04. ein.<br /> Laut §13 Abs. 1 Nr. 1a UStG ist die Umsatzsteuer fällig „ … mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistungen ausgeführt worden sind …“. Das bedeutet, die Umsatzsteuer ist mit dem Zeitraum März anzumelden und ist am 10.04. zu bezahlen. Da der Kunde pünktlich bezahlt, hat der Lieferant einen Zeitraum von 14 Tage (10.04. bis 24.04.) finanziell zu überbrücken. Würde der Kunde erst später zahlen – was leider viel zu oft vorkommt – hat der Lieferant die Umsatzsteuer bis zum Zahlungseingang „vorzustrecken“.</p> <h3>Merkmale der Istbesteuerung</h3> <p>Bei der Istbesteuerung spricht man von der Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten. Das bedeutet, dass die Umsatzsteuer erst dann fällig wird, wenn die Zahlung dazu eingeht. Dieses Prinzip ermöglicht dem Unternehmen einen erheblichen Liquiditätsvorteil.</p> <p><em>Beispiel wie oben, aber mit Istbesteuerung:</em><br /> Die Zahlung geht am 24.04. beim Lieferant ein. Die Umsatzsteuervoranmeldung ist bis zum 10.05. für den April abzugeben und zu bezahlen. Der Lieferant hat also die Umsatzsteuer vom Kunden erhalten und muss erst dann die Zahlung an das Finanzamt vornehmen. Würde der Kunde später bezahlen, schadet dies dem Unternehmen natürlich auch, aber er muss zumindest nicht die Zahlung an das Finanzamt „vorstrecken“.</p> <p>Ein zusätzliches „Zuckerl“ bei der Istbesteuerung ist die Tatsache, dass der Vorsteuerabzug unabhängig von vereinbarten oder vereinnahmten Entgelten abgezogen werden darf. Das Umsatzsteuergesetz unterscheidet hier nicht, sondern verbindet den Abzug der Vorsteuer mit anderen Kriterien. Das bedeutet also, dass bereits beim Rechnungseingang die Vorsteuer abgezogen werden darf, obwohl die Zahlung erst später erfolgt.</p> <p><em>Beispiel:</em> Ein Händler kauft Ware, die er sofort an seinen Kunden verkauft. Die Rechnung vom Lieferant erhält er am 25.03. mit Zahlungsziel 30 Tage, so dass er die Zahlung am 24.04. vornimmt. Am gleichen Tag stellt er die Rechnung an den Kunden, der ebenfalls am 24.04. bezahlt.<br /> Die Vorsteuer kann er mit der Anmeldung für März (Rechnungseingang) bereits in Abzug bringen, die Zahlung der Umsatzsteuer bezüglich des Erlöses ist mit der Anmeldung für April (Zahlungseingang) abzuführen.</p> <h3>Wer darf nach vereinnahmten Entgelten besteuern</h3> <p>Das Umsatzsteuergesetz sieht für die Anwendung der Istbesteuerung klare Regeln vor. So ist lt. §20 UStG die Grenze bei 500.000 € Umsatz im Vorjahr. Wer diese Umsatzgröße nicht überschreitet, kann beim Finanzamt einen formlosen Antrag stellen, der – wenn zum Unternehmen keine größeren negativen Eintragungen vorliegen – in der Regel problemlos gestattet wird.</p> <p>Außerdem dürfen freiberuflich tätige Unternehmer oder Firmen, die von der Buchführungspflicht befreit sind, auf Antrag nach vereinnahmten Entgelten besteuern.</p> <h3>OP-Buchhaltung bei Istbesteuerung</h3> <p>Gerade der Einsatz von EDV in der Buchhaltung bringt in der Übersichtlichkeit von fälligen Forderungen und Verbindlichkeiten entscheidende Vorteile. Wenn nun die Buchungen aber erst bei Zahlungen vorgenommen werden, kann dieser Vorteil nicht genutzt werden, da keine offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten (offene Posten [OP]) entstehen. Dies kann allerdings umgangen werden, wenn zwischen fälliger und nicht fälliger Umsatzsteuer entschieden wird.</p> <p><em>Beispiel:</em><br /> Bei der Erstellung der Rechnung an einen Kunden wird die Buchung des Erlöses vorgenommen und die Umsatzsteuer auf „Umsatzsteuer nicht fällig“ gebucht. Dieser Posten, und auch die dazugehörige Bemessungsgrundlage „Erlöse“, gehen somit nicht in die Umsatzsteuervoranmeldung ein. Bei Auswertungen erscheint allerdings die Rechnung als offener Posten, so dass Mahnung etc. erstellt werden können. Bei der Zahlung wird die Umsatzsteuer von „Umsatzsteuer nicht fällig“ auf „Umsatzsteuer“ vorgenommen und der Erlös wird als Bemessungsgrundlage in die Umsatzsteuervoranmeldung aufgenommen.</p> <p>Die meisten Buchhaltungsprogramme können die Umbuchungen der Umsatzsteuer bei Zahlungseingang bei entsprechender Einstellung automatisch vornehmen.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/index.php/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Di., 25.06.2013 - 16:21</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=129&amp;2=comment&amp;3=comment" token="Hcd0-bbzgHk-QcUG7vG4NxhmcUxBtVZlcyJMHJWvIDQ"></drupal-render-placeholder> </section> Tue, 25 Jun 2013 14:21:15 +0000 Thilo Klemm 129 at http://www.buchhalterprofi.de Was ist Skonto, wie wird es gebucht bei Debitoren und bei Kreditoren http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/127 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Was ist Skonto, wie wird es gebucht bei Debitoren und bei Kreditoren</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Der Begriff Skonto wird häufig in Verbindung mit Rabatten oder Nachlässen verwendet. Tatsächlich gibt es im Bereich der Buchhaltung eine strikte Unterscheidung zwischen Rabatten und Skonto.</p> <h3>Was ist Skonto – was ist Rabatt?</h3> <p>Bei einem Rabatt handelt es sich um einen Preisnachlass, den der Lieferant beim Verkauf gewährt. Darunter versteht man z.B. einen Mengenrabatt, einen „Frühjahrsrabatt“, einen „Sonderrabatt“, oder wie er auch immer genannt wird. Der Artikel hat einen bestimmten Verkaufspreis und der Lieferant vermindert diesen aus irgend einem Grund. Dieser Nachlass muss in der Buchhaltung des Käufers nicht gesondert gebucht werden, da die ausgestellte Rechnung bereits den zu zahlenden Endbetrag enthält.</p> <p>Bei einem Skonto handelt es sich um einen Abzug, den der Kunde vornehmen kann, wenn die Rechnung zu einem bestimmten Zeitpunkt beglichen wird. Die Rechnung enthält den höheren Betrag und einen Hinweis auf die Bedingung des Skontoabzuges. Dieser lautet z.B. „10 Tage 2% Skonto, 30 Tage ohne Abzug“ – was so viel heißt wie: Bei einer Zahlung innerhalb von 10 Tagen, darf die Rechnung um 2% gekürtzt werden, ansonsten muss die Rechnung in voller Höhe ausgeglichen werden.</p> <h3>Skontobuchung bei Kreditoren</h3> <p>Zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung ist also noch nicht klar, ob der Skontoabzug zum Tragen kommt. Daher muss die Rechnung in voller Höhe eingebucht werden. Erst bei der Bezahlung darf durch die Skontobuchung das Kreditorenkonto aufgelöst, der Aufwand gemindert und die Vorsteuer korrigiert werden.</p> <p><em>Beispiel:</em><br /> Das Unternehmen kauft Waren in Höhe von 5.000 € zuzüglich 19% Umsatzsteuer ein. Der Rechnungsbetrag beläuft sich auf 5.950 €. Als Zahlungsbedingung wird vereinbart, dass 2% Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen gewährt wird.</p> <p>Zu buchen ist beim Einkauf:</p> <p>Wareneingang 5.000 €<br /> Vorsteuer 590 €<br /> an Kreditor 5.950 €</p> <p>Bei der Zahlung mit Abzug von 2% Skonto (119 €) ist zu buchen:</p> <p>Kreditor 5.950 €<br /> an Bank 5.831 €<br /> erhaltene Skonto 100 €<br /> Vorsteuer 19 €</p> <p>Das Konto „erhaltene Skonto“ wird in der betriebswirtschaftlichen Auswertungen als Unterkonto im Bereich „Wareneingang“ dargestellt, so dass sich im Saldo der Wareneinsatz um den Skontoabzug vermindert.</p> <p>Bei Anlagekäufe muss der Skontoabzug übrigens direkt die Anschaffungs- und Herstellungskosten mindern. Beim Kauf eines PKW in Höhe von 30.000 zuzüglich Umsatzsteuer und Abzug von 2% Skonto wäre dann zu buchen:</p> <p>PKW 30.000 €<br /> Vorsteuer 5.700 €<br /> an Kreditor 35.700 €</p> <p>Kreditor 35.700 €<br /> an Bank 34.986 €<br /> PKW 600 €<br /> Vorsteuer 114 €</p> <p>Der Buchwert des PKW liegt also nicht bei 30.000 € sondern lediglich bei 29400 €, so dass die Abschreibung auf der Basis von 29.400 € berechnet wird.</p> <h3>Skonto bei Debitoren</h3> <p>Wer seinen Kunden Skonto gewährt, hat die Rechnungen ebenfalls in voller Höhe einzubuchen, da zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung keinesfalls feststeht, ob der Skontoabzug in Anspruch genommen wird. Erst beim Zahlungseingang ist das Debitorenkonto aufzulösen, das Skonto gewinnmindernd zu buchen und die Umsatzsteuer zu korrigieren.</p> <p><em>Beispiel:</em><br /> Es wird eine Rechnung in Höhe von 10.000 € zzgl. Umsatzsteuer gestellt, als Zahlungsziel wird 7 Tage 3% Skonto oder 30 Tage ohne Abzug vereinbart. Der Kunde zahlt innerhalb der Skontofrist unter Abzug des vereinbarten Skontobetrages.</p> <p>Buchung bei der Rechnungsstellung:</p> <p>Debitor 11.900 €<br /> an Erlös 10.000 €<br /> Umsatzsteuer 1.900 €</p> <p>Beim Zahlungseingang ist zu buchen:</p> <p>Bank 11.543 €<br /> gewährte Skonto 300 €<br /> Umsatzsteuer 57 €<br /> an Debitor 11.900 €</p> <p>Das Konto „gewährte Skonto“ wird in der BWA bei den Erträgen ausgewiesen und mindert diese entsprechend.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/index.php/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Di., 04.06.2013 - 16:18</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=127&amp;2=comment&amp;3=comment" token="icg-65QHnbVmY5j_2oHa-G_rP9c7zFLe3FpLE0ymF2k"></drupal-render-placeholder> </section> Tue, 04 Jun 2013 14:18:01 +0000 Thilo Klemm 127 at http://www.buchhalterprofi.de Ausführungen zu Privatentnahmen und Privateinlagen bei Einzelunternehmen – darauf sollten Sie achten! http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/123 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Ausführungen zu Privatentnahmen und Privateinlagen bei Einzelunternehmen – darauf sollten Sie achten!</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Inhaber einer Einzelfirma sind keine Angestellte im eigenen Betrieb. Vielmehr bestreiten sie in der Regel ihren Lebensunterhalt durch Entnahmen aus dem Unternehmen. Viele verwechseln die Privatentnahme daher mit einer Gehaltszahlung und fragen sich gleichzeitig, wie dieses „Gehalt“ versteuert wird. Hierzu muss jedoch klargestellt werden, dass die Privatentnahme weder mit dem Gewinn noch mit einem Gehalt etwas zu tun hat.</p> <h3>Was sind Privatentnahmen bzw. Privateinlagen?</h3> <p>Im §4 Abs. 1 S.2 und S.8 EStG werden Entnahmen und Einlagen definiert. Unter Entnahmen versteht man demnach „ …alle Wirtschaftsgüter, … die der Steuerpflichtige dem Betrieb für sich, für seinen Haushalt oder für andere betriebsfremde Zwecke … “ entnimmt. Unter Wirtschaftsgüter versteht man dabei sowohl Barentnahme(n), als auch Waren oder die Nutzung von Gegenständen oder Leistungen. Gleichzeitig werden als Einlage ebenfalls alle Wirtschaftsgüter bezeichnet, die der Steuerpflichtige dem Betrieb zuführt.</p> <p>Beispiele für eine Privatentnahme sind also die Entnahme von Bargeld aus der Kasse, die Umbuchung vom Geschäftskonto auf das Privatkonto, die private Nutzung des Firmenfahrzeuges, die Entnahme von Waren und vieles mehr.</p> <p>Beispiele für Privateinlagen sind zum Beispiel die Umbuchung vom Privatkonto auf das Geschäftskonto, um zum Beispiel Liquiditätsengpässe zu vermeiden, oder die Einlage eines vorher privat genutzten PKW ins Betriebsvermögen.</p> <p>Privateinlagen oder Privatentnahmen erhöhen oder mindern nicht den Gewinn sondern das Betriebsvermögen des Unternehmens. Das ist vielleicht auf den ersten Blick etwas schwierig zu unterscheiden, klärt sich allerdings, wenn man sich den Unterschied zwischen Gewinn und Betriebsvermögen genauer betrachtet.</p> <h3>Was ist Gewinn – was ist Betriebsvermögen</h3> <p>Bei einem Gewinn handelt es sich um das Ergebnis aus der Saldierung von Erträgen und Aufwendungen. Einfach gesagt, wenn einem Umsatz von 100.000 € Aufwendungen in Höhe von 90.000 € gegenüberstehen, so beträgt der Gewinn 10.000 €. Unter Aufwendungen versteht man Betriebsausgaben, die durch den Betrieb veranlasst sind (siehe §4 Abs. 4 EStG). Darunter fallen z.B. Wareneinkäufe, Personalaufwand, Abschreibungen, Reparaturen, Mieten etc.. Da Privatentnahmen keine Betriebsausgaben sind, können diese auch nicht als Aufwendungen gebucht werden und mindern daher den Gewinn nicht.</p> <p>Unter Vermögen versteht man – allgemein betrachtet – das Aktiva und Passiva eines Unternehmens. Darunter fallen Anlage- und Umlaufvermögen ebenso wie Eigenkapital oder Verbindlichkeiten. Der Gewinn aus dem obigen Beispiel von 10.000 € erhöht das Eigenkapital – also das Betriebsvermögen.</p> <p>Wird nun eine Privatentnahme, z.B. eine Barentnahme aus der Kasse, vorgenommen, so vermindert sich im Aktiva die Kasse und im Passiva das Eigenkapital – also das Betriebsvermögen. Da diese Buchung nicht mit dem Gewinn zu tun hat, beeinflusst dieser Vorgang nicht die steuerliche Belastung des Unternehmens.</p> <h3>Entnahme von Gegenständen oder Leistungen</h3> <p>Bei der Entnahme von Geld bestehen weder hinsichtlich des Tatbestandes noch der Höhe der Entnahme Zweifel. Anders sieht es aus, wenn Gegenstände entnommen oder verwendet werden. Ein häufiges Beispiel ist etwa die private Nutzung von Firmenfahrzeugen. Wie hoch der Wert dieser privaten Nutzung anzusetzen ist, ist gesetzlich vorgegeben, kann allerdings anhand von Belegen auch anders bewertet werden.</p> <p>Die Bewertung von Entnahmen ist im §6 Abs. 1 Nr. 4 EStG gesetzlich definiert. Dort heißt es, dass Entnahmen für betriebsfremde Zwecke mit dem Teilwert anzusetzen sind. Das gleiche gilt lt. §6 Abs. 1 Nr. 5 EStG für die Einlagen. Auch hier gilt der Teilwert. Als Teilwert versteht man den Marktwert oder den Zeitwert.</p> <p>Wenn also ein Unternehmer Waren, die er gekauft oder evtl. bereits verarbeitet hat, aus dem Unternehmen entnimmt, so ist die Entnahme einem Verkauf gleichzusetzen. Die Ware ist mit dem Marktpreis zu bewerten, als sonstiger betrieblicher Ertrag zu buchen und Umsatzsteuer dafür abzuführen.</p> <p><em>Beispiel:</em><br /> Ein Unternehmer entnimmt aus seinem Unternehmen einen selbst produzierten Gegenstand. Der Wert des verarbeiteten Materials liegt zwar bei 100 €, der Verkaufspreis dieses Artikels liegt jedoch regulär bei 500 € zzgl. Umsatzsteuer. Somit ist die Entnahme mit 500 € zu bewerten. Die Buchung lautet also:</p> <p>Privatentnahme 595 €<br /> an sonstige betriebliche Erträge 500 €<br /> Umsatzsteuer 95 €</p> <h3>Einlage von Gegenständen</h3> <p>Auch die Einlage muss mit dem Teilwert bewertet werden. Wenn zum Beispiel ein Unternehmer seinen PKW, den er vor 4 Jahren im Privatvermögen neu gekauft hat, in sein Unternehmen einlegt, so ist der PKW lt. §4 Abs. 1 Nr. 5 S.2 EStG zu bewerten. Dort heißt es, dass die Anschaffungskosten um die Abschreibung zu kürzen ist.</p> <p><em>Beispiel:</em><br /> Der PKW hatte einen Anschaffungswert von 30.000 €. Lt. Afa-Tabelle des BFM wird als Abschreibungszeitraum 6 Jahre angegeben. Die jährliche Afa beträgt also 5.000 €. Nach 4 Jahren im Privatvermögen ist daher der Wert des PKW um 20.000 € zu mindern, so dass die Einlage mit einem Wert von 10.000 € anzusetzen ist. Die Buchung lautet also:</p> <p>PKW 10.000 € an Privateinlage 10.000 €</p> <p>Hinsichtlich Umsatz- bzw. Vorsteuer hat dieser Vorgang keine Auswirkung.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/index.php/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Di., 07.05.2013 - 15:56</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=123&amp;2=comment&amp;3=comment" token="5oDFiQV5YTPXkiLiCxpITJbgqIjZXjycuKLaIVfwMUU"></drupal-render-placeholder> </section> Tue, 07 May 2013 13:56:21 +0000 Thilo Klemm 123 at http://www.buchhalterprofi.de Wie müssen private Telefonkosten im Unternehmen berücksichtigt werden? http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/122 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Wie müssen private Telefonkosten im Unternehmen berücksichtigt werden?</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Telefonkosten gehören zu den Betriebsausgaben, die auch im privaten Bereich als Kosten anfallen, und daher bei Betriebsprüfungen immer mit einem besonderen Augenmerk geprüft werden. Um unliebsame Steuernachzahlungen zu vermeiden, sollte man sich unbedingt im Vorfeld überlegen, ob und in welchem Umfang Privatgespräche im Betrieb geführt werden. Natürlich können auch betriebliche Telefongespräche von einem privaten Anschluss als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.</p> <h3>Grundsätzliches</h3> <p>Private Gespräche sind keine Betriebsausgabe und können daher nicht als solche verbucht werden. Selbst wenn im Unternehmen eine Flatrate für die Telefonkosten besteht, ist der private Anteile zu buchen. Zu beachten ist auch, dass zu den Telefonkosten nicht nur die monatlichen Gebühren sondern auch die Kosten der Telefonanlage zählen. Darüber hinaus ist für die private Verwendung Umsatzsteuer abzuführen.</p> <p>Unternehmer, bei denen die privaten und gewerblichen Räume getrennt – etwa auf unterschiedlichen Grundstücken – liegen, haben in der Regel keine großen Probleme, wenn sie nur einen sehr geringen oder keinen Anteil an Privatgesprächen einbuchen. Häufig gleicht sich der Anteil der betrieblichen Gespräche am privaten Anschluss mit den privat veranlassten Gesprächen im Unternehmen auf. Anders sieht es allerdings bei Unternehmen aus, die keine exakte räumliche Trennung haben, oder sogar nur einen Anschluss besitzen.</p> <h3>Telefonkosten – wie hoch ist der private Anteil</h3> <ul><li><em>Einzelverbindungsnachweis</em> <p>Die genaueste Möglichkeit, den Anteil der privat getätigten Telefongespräche zu ermitteln, ist natürlich sich die monatlichen Einzelverbindungsnachweise vorzunehmen und die jeweiligen Gespräche zuzuordnen. Dies kann sich jedoch schnell als eine sehr aufwändige Ermittlungsart entpuppen. Wer diese Möglichkeit trotzdem wählt, rechnet den Anteil der Privatgespräche – entweder nach Anzahl oder nach Dauer der Gespräche – im Verhältnis zu den Gesamtgesprächen.</p> </li> <li><em>Pauschaler Ansatz nach Erfahrungswerten</em> <p>Wenn über einen bestimmten Zeitraum, z.B. drei Monate, ein konstanter privater Anteil ermittelt wurde, spricht nichts dagegen, diesen Wertansatz als Grundlage für die weitere Berechnung zu verwenden. Schwanken die Anteile, kann auch über einen längeren Zeitraum, z.B. 6 Monate, genau berechnet, und dann der Durchschnitt als pauschaler Ansatz verwendet werden. Für die genaue Berechnung kann zum Beispiel der Einzelverbindungsnachweis zugrunde gelegt werden. Allerdings ist ein solcher nicht mehr bei allen Telefonanbietern erhältlich. Alternativ dazu könnte auch jedes einzelne Telefongespräch genau notiert werden – was in der Praxis allerdings kein Mensch macht – um den Privatanteil zu errechnen.</p> </li> <li><em>Pauschaler Wert aufgrund einer Selbsteinschätzung</em> <p>Nun sind Schätzungen immer eine relativ unsichere Angelegenheit. Da sich Telefonkosten bei den derzeit am Markt üblichen Tarifen für die Privatnutzung, vor allem in Verbindung mit Flatrates, jedoch in einem überschaubaren Betrag bewegen, dürfte es kein Problem darstellen, wenn ein privater Anteil auf dieser Basis geschätzt wird. Ist zum Beispiel kein privater Anschluss vorhanden und wird die private Nutzung auf 20 – 30 € monatlich geschätzt, liegt dass bei durchaus üblichen monatlichen Gebühren, die für einen rein privaten Anschluss zu zahlen wären. Auch anteilige Prozentsätze von 50 / 50 bis 30 / 70 werden in der Regel vom Finanzamt ohne Probleme anerkannt.</p> </li> </ul><h3>Beispiel für die Berechnung</h3> <p><em>Telefonkosten:</em><br /> Die monatlichen Telefonkosten im Unternehmen liegen bei ca. 100 € incl. Umsatzsteuer. Der Unternehmer hat seine Wohnung nicht auf dem Firmengelände und verfügt Zuhause über einen eigenen Telefonanschluss. Er verzichtet auf eine Einzelprüfung, sondern schätzt seinen privaten Anteil auf 20 € monatlich. Der Anteil liegt also bei 20%</p> <p>Die Telefonkosten sind also zu buchen:<br /> 67,23 € Telefonkosten,<br /> 12,77 € Vorsteuer,<br /> 20,00 € Privatanteil Telefonkosten.</p> <p>Alternativ können die Telefonkosten auch im laufenden Jahr komplett als Betriebsausgaben gebucht werden und am Jahresende der Privatanteil durch Gegenbuchung der Telefonkosten und Vorsteuerkorrektur berichtigt werden.</p> <p><em>Kosten der Telefonanlage:</em><br /> Im Unternehmen wird eine Telefonanlage verwendet, die mit einem Anschaffungswert von 500 € (Anschaffungskosten zuzüglich Mehrwertsteuer) über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben wird. Die jährliche Abschreibung beträgt also 100 €.</p> <p>Für die private Nutzung ist ein Erlös mit Umsatzsteuer einzubuchen, also:<br /> 20,00 € Erlös aus der privaten Verwendung von Gegenständen,<br /> 3,80 € Umsatzsteuer.</p> <p>Abschließend noch ein Hinweis auf eine <a href="http://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/druckvorschau.py?Gericht=bfh&amp;Art=pm&amp;nr=27079">BFH Entscheidung vom 05.07.2012</a> (AZ: VR 50/10). Bei längeren Auswärtstätigkeiten, d.h. bei einer Abwesenheit von mehr als einer Woche, können private Telefonkosten als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Das heißt also, dass diese Kosten nicht mehr als privater Anteil betrachtet werden muss, oder – falls diese von einem privaten Handy geführt werden – als Betriebsausgaben in Abzug gebracht werden können.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/index.php/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Do., 02.05.2013 - 15:55</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=122&amp;2=comment&amp;3=comment" token="KWaYOH2ht2oCxVkNOpA6VO9YpmzfLKE4_h_kPOOJJGc"></drupal-render-placeholder> </section> Thu, 02 May 2013 13:55:06 +0000 Thilo Klemm 122 at http://www.buchhalterprofi.de http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/122#comments Gelangensbestätigung – auf diese Fallstricke sollten Sie achten http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/121 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Gelangensbestätigung – auf diese Fallstricke sollten Sie achten</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Innergemeinschaftliche Lieferungen nehmen im Umsatzsteuerrecht eine besondere Stellung ein. Häufig wird die steuerfreie Lieferung von Waren an Kunden ins europäische Ausland gleichgesetzt mit Lieferungen in Drittländer. Das ist allerdings ganz und gar nicht so. Vielmehr sind Lieferungen ins europäische Ausland zwar unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei, gleichzeitig unterliegt jedoch der Erwerb der Umsatzsteuerpflicht. Was steckt nun genau hinter dieser etwas komplizierten Konstellation und auf was ist zu achten?</p> <h3>Innergemeinschaftliche Lieferung bzw. Erwerb</h3> <p>Der Grundsatz der Umsatzsteuer liegt bekanntlich darin, dass alle Umsätze mit dem entsprechenden Umsatzsteuersatz belastet werden. Durch den gleichzeitigen Vorsteuerabzug, die ein Unternehmer vornehmen kann, wirkt sich die tatsächliche Belastung nur bei Endverbrauchern oder Kleinunternehmer mit Umsatzsteuerbefreiung aus.</p> <p>Da im europäischen Raum durch fehlende Grenzen keine Einfuhrumsatzsteuer – wie etwa in Drittländer – mehr erhoben wird, wurde im gesamten europäischen Raum ein – in den Grundsätzen gleiches – Umsatzsteuersystem eingeführt. Basis dieses System ist, dass innergemeinschaftliche Lieferung gem. §4 Nr. 1b steuerfrei sind, gleichzeitig jedoch die Umsatzsteuer beim Empfänger abgeführt werden muss. Ist der Empfänger vorsteuerabzugsfähig, ergibt sich bei ihm keine Steuerlast.</p> <p>Voraussetzung dafür ist, dass:</p> <ul><li>die Ware tatsächlich in das europäische Ausland – im Umsatzsteuerrecht als Gemeinschaftsgebiet bezeichnet – gelangt,</li> <li>der Empfänger ein Unternehmer ist und die Ware für sein Unternehmen gekauft hat oder es sich um ein Fahrzeug handelt und</li> <li>die Ware im Empfängerland mit Umsatzsteuer belastet wird.</li> </ul><p>Dass diese Voraussetzungen vorliegen, muss natürlich entsprechend nachgewiesen werden. Fehlen entsprechende Nachweise, geht das Finanzamt davon aus, dass es sich nicht um eine steuerfreie Lieferung im Sinne von §4 Nr. 1b handelt, und somit der Umsatzbesteuerung unterliegt. In der Regel hat der Unternehmer dann keine andere Möglichkeit, als die Umsatzsteuer aus „eigener Tasche“ nachzuzahlen.</p> <h3>Welche Nachweise sind notwendig</h3> <p>Ob es sich bei dem Empfänger um ein Unternehmen handelt, prüft man dadurch nach, in dem man sich die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer vom Empfänger geben lässt. Diese Nummer erhält nur ein Unternehmen, das in seinem Land nicht von der Umsatzsteuer befreit ist. Die Gültigkeit der USt-IdNr. kann auf der Webseite des Bundeszentralamtes für Steuern geprüft werden. Ob der Empfänger die Ware mit Umsatzsteuer belastet, kann zwar nicht nachgeprüft werden. Dies wird allerdings anhand der zusammenfassenden Meldungen, ständig zentral kontrolliert.</p> <p>Wichtig ist auch der Nachweis, dass die Ware tatsächlich ins Gemeinschaftsgebiet gelangt. Hier hat es immer wieder gesetzliche Änderungen gegeben. Zum 01.10.2013 tritt nun die aktuellste Vorschrift in Kraft. Dazu wird <a href="http://www.ihk-koeln.de/upload/TextNeueVerordnung_25973.pdf">§17a UStDV</a> geändert. Mit der sogenannten Gelangensbestätigung soll nun ein einheitliches Dokument Rechtssicherheit für den Nachweis bringen, wohin die Ware gesendet wurde. Die Gelangensbestätigung ist kein einheitliches Formular sondern soll zusammen mit einer Rechnungskopie aufbewahrt werden, und folgend Angaben enthalten:</p> <ul><li>genaue Angaben des Abnehmers,</li> <li>Menge und Bezeichnung der gelieferten Warenlieferungen,</li> <li>Ort und Monat des Erhalt der Ware beim Empfänger im Gemeinschaftsgebiet,</li> <li>Ausstellungsdatum,</li> <li>Unterschrift und damit Bestätigung, dass die Ware ins übrige Gemeinschaftsgebiet gelangt ist.</li> </ul><p>Die Gelangensbestätigung kann pro Sendung, oder wenn es sich um eine laufende Geschäftsbeziehung handelt, auch auf mehrere Sendungen innerhalb eines Quartals bezogen werden. Es ist außerdem möglich, dass das Dokument elektronisch ohne Unterschrift übersendet wird, wobei nachzuweisen ist, dass es von einem Empfänger stammt, der tatsächlich im europäischen Ausland ansässig ist.</p> <p>Der Gesetzgeber lässt allerdings bei der Versendung der Ware durch den Absender oder Empfänger zu, dass eine andere Bestätigung ebensolche Gültigkeit hat. Unter Versendung versteht man, wenn ein Dritter, z.B. Spedition, Paketdienste etc. mit der Beförderung beauftragt wird.</p> <p>Versandpapiere, die üblicherweise für solche Beförderungen ausgestellt werden, reichen als Nachweis aus, wenn darin die vorgeschriebenen Angaben lt. §17a Abs. 3 UStDV enthalten sind. Bei Postlieferung reicht die Übergabebestätigung an die entsprechende Poststelle, sowie der Nachweis der Bezahlung der Rechnung, sofern sich aus den beiden Belegen ein Zusammenhang ersehen lässt.</p> <p>Die Gelangensbestätigung spielt also dann eine wichtige Rolle, wenn der Absender oder der Empfänger die Ware selbst transportiert. Hier sollte im Zweifel auf das vorgeschriebene Dokument zurückgegriffen werden, um bei einer Steuerprüfung Rechtssicherheit zu haben.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/index.php/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Sam, 13.04.2013 - 15:53</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=121&amp;2=comment&amp;3=comment" token="NZPUxpSiMBIQLxVvLt8zvHt4JYZm9S8i8R2iOumCT_I"></drupal-render-placeholder> </section> Sat, 13 Apr 2013 13:53:56 +0000 Thilo Klemm 121 at http://www.buchhalterprofi.de http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/121#comments