schwanger http://www.buchhalterprofi.de/index.php/taxonomy/term/198 de U1 und U2-Umlage – Rückversicherung für den Arbeitgeber http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/95 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">U1 und U2-Umlage – Rückversicherung für den Arbeitgeber</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Jeder Arbeitgeber hat die Verpflichtung, bei Krankheit Entgeltfortzahlung für die Dauer von sechs Woche zu tragen, und bei Mutterschaft Zahlungen bei Beschäftigungsverboten oder Mutterschaftszuschüssen zu leisten. Diese Pflichten sind für den Arbeitgeber ein unkalkulierbares Risiko, und somit gerade für kleine Unternehmen eine große Belastung.</p> <p>Die Krankenkassen bieten daher das sogenannte Umlageverfahren an. Dabei handelt es sich um eine Rückversicherung, die die Arbeitgeber abschließen, und daraus die Aufwendungen für Krankheit und Mutterschaft teilweise oder sogar ganz erstattet bekommen.</p> <p>Das <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/aufag/index.html">Aufwendungsausgleichsgesetz</a> (AAG) unterscheidet dabei zwei Umlagen:</p> <ul><li>die U1-Umlage, erstattet einen gewissen Prozentsatz der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und</li> <li>die U2-Umlage, erstattet Mutterschaftsaufwendungen in voller Höhe</li> </ul><h3>Die U1-Umlage</h3> <p>Diese Umlage ist für Arbeitgeber vorgesehen, die in der Regel nicht mehr als 30 Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerinnen beschäftigen. Eine Wahlmöglichkeit, ob er an dem Umlageverfahren teilnehmen will oder nicht, hat der Arbeitgeber nicht. Die Krankenkassen legen dies jeweils zu Beginn eines Jahres fest. Dies geschieht in der Form, dass jeder Arbeitgeber von den Krankenkassen, bei denen Mitarbeiter gemeldet sind, einen Fragebogen erhält, in dem er die Zahl der Beschäftigten, für jeden Monat des Vorjahres anzugeben hat. Lag an mindestens acht Monaten die Zahl der Mitarbeiter unter 30, legt die Krankenkasse die Umlagepflicht fest, was wiederum für das laufende Jahr bindend ist. Teilzeitbeschäftigte werden übrigens nur nach einem bestimmten Schlüssel gezählt. Arbeitet der Mitarbeiter nicht mehr als 10 h, so wird er mit 0,25 gerechnet, Mitarbeiter, die bis zu 20 h pro Woche arbeiten, sind mit 0,5 zu zählen, und Mitarbeiter, die bis zu 30 h wöchentlich arbeiten, sind mit 0,75 h zu zählen.</p> <p>Die Höhe der Beiträge für die Umlage legt jede Krankenkasse individuell fest. Auch die Erstattungssätze können von den Krankenkassen selbst festgelegt werden. Das Gesetz sieht zwar eine Erstattung von 80% der geleisteten Lohnfortzahlung zuzüglich der anteiligen Arbeitgeberaufwendung für die Sozialversicherung vor, jedoch haben die Krankenkassen die Möglichkeit laut Satzung eigene Erstattungssätze festzulegen, die allerdings mindestens 40% betragen müssen. In der Praxis hat mittlerweile fast jede Krankenkasse in der Satzung festgelegt, dass in den Erstattungssätzen die Arbeitgeberanteile bereits enthalten sind. Es werden in der Regel zwei bis vier verschiedene Umlagesätze mit jeweils unterschiedlichen Erstattungssätzen angeboten. So bietet zum Beispiel eine Krankenkasse an: 2,7% Umlagesatz bei 80% Erstattung, oder 1,6% bei 60% oder 0,9 % bei 40%. Der Arbeitgeber kann also bei jeder Krankenkasse wählen, welchen Tarif er wünscht. Die Wahl ist wiederum für ein Jahr bindend.</p> <p>Die Beiträge werden zusammen mit den Sozialversicherungsbeiträgen abgeführt und sind drei Arbeitstage vor Monatsende für den laufenden Monat fällig. Bemessungsgrundlage für die Umlage ist das rentenversicherungspflichtige Entgelt. Eine Ausnahme sind Mitarbeiter, bei denen die Beschäftigung auf unter vier Wochen befristet ist. Da hier der Arbeitgeber wegen der vierwöchigen Wartezeit keine Lohnfortzahlung zu leisten hat, sind auch keine Beträge für diese Mitarbeiter abzuführen.</p> <p>Der Arbeitgeber erhält die Erstattungen auf Antrag. Der Antrag ist elektronisch zu stellen. Fast jedes Lohnprogramm bietet mittlerweile die elektronische Übertragung an. Wer über kein Lohnprogramm verfügt, kann den Antrag auch über das Programm „SVnet“ stellen, das kostenlos zum Download zur Verfügung steht.</p> <h3>U2-Umlage</h3> <p>Die U2-Umlage ist für alle Arbeitgeber, unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiter, bindend. Ausgenommen wurden lediglich anerkannte Wohlfahrtsverbände oder öffentliche Einrichtungen. Mit der Einführung des aktuellen Gesetzes zum 01.01.2006 wurde die Gleichbehandlung von U1 und U2 aufgehoben. Bis zu diesem Zeitpunkt war die U2-Umlage, ebenso wie die U1-Umlage abhängig von der Zahl der Beschäftigten. Mit der U2-Umlage werden Kosten, die dem Arbeitgeber aufgrund einer Schwangerschaft bzw. Mutterschaft einer Mitarbeiterin entstehen, voll erstattet.</p> <p>Die Höhe des Beitragssatzes kann jede Krankenkasse – wie bei der U1-Umlage – selbst festlegen. Bei der Höhe der Erstattungen hat dagegen der Gesetzgeber den Krankenkassen keinerlei Spielraum gegeben. Sie liegen bei 100 %. Damit soll gewährleistet werden, dass Frauen bei der Bewerberauswahl keinen Nachteil, aufgrund des Risikos einer Schwangerschaft und der damit verbundenen Kosten, haben. Aktuell liegt der Beitragssatz je nach Krankenkasse zwischen 0,1 % und 0,5%.</p> <p>Die Bemessungsgrundlage für den U2-Beitrag ist ebenfalls das rentenversicherungspflichtige Entgelt. Obwohl als „Risikogruppe“ hier nur Frauen anzusehen sind, ist natürlich auch für das Entgelt der männlichen Beschäftigten der Beitrag abzuführen. Das bedeutet, beschäftigt ein Arbeitgeber ausschließlich männliche Mitarbeiter, hat er ebenso die U2-Umlage aus dem Entgelt abzuführen, obwohl er sicherlich keine Erstattungen aus der Umlageversicherung erhält.</p> <p>Der Erstattungsantrag ist ebenfalls auf elektronischem Weg zu stellen. Übrigens, dürfen Erstattungen aus dem laufenden Monat nicht mehr mit den Beiträgen des gleichen Monats verrechnet werden, sondern erst mit dem folgenden. Wer es trotzdem versucht, riskiert Säumniszuschläge.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/index.php/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Do., 30.08.2012 - 14:01</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=95&amp;2=comment&amp;3=comment" token="ZYNxPiMsobBysQHKqCmjPtjvfpcaPueCkbQMvxeruQ0"></drupal-render-placeholder> </section> Thu, 30 Aug 2012 12:01:11 +0000 Thilo Klemm 95 at http://www.buchhalterprofi.de http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/95#comments Mutterschutzfrist und Mutterschaftsgeld – dies gilt es zu beachten http://www.buchhalterprofi.de/index.php/node/94 <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Mutterschutzfrist und Mutterschaftsgeld – dies gilt es zu beachten</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p>Angehende Mütter unterliegen während ihrer gesamten Schwangerschaft einem besonderen Schutz. Darüber hinaus haben Sie für den Zeitraum von sechs Wochen vor der Entbindung und acht bzw. zwölf Wochen nach der Entbindung Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Der Arbeitgeber hat die Verpflichtung, diese gesetzlichen Vorschriften einzuhalten und die Abrechnung entsprechend durchzuführen.</p> <h3>Mutterschutzfrist</h3> <p>Laut <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/muschg/index.html#BJNR000690952BJNE002818140">Mutterschaftsgesetz</a> besteht ein Beschäftigungsverbot für angehende Mütter während der letzten sechs Wochen vor der Entbindung. Wenn die Frau dies ausdrücklich wünscht, kann während dieser Zeit vom Beschäftigungsverbot abgesehen werden. Außerdem besteht ein Beschäftigungsverbot für den Zeitraum von acht Wochen nach der Entbindung. Die Frist verlängert sich auf 12 Wochen bei Mehrlings- oder Frühgeburten. Der Gesetzgeber sieht nicht vor, dass die Frau – selbst bei ausdrücklichem Verlangen – das Beschäftigungsverbot umgehen kann.</p> <p>Für die Berechnung der Mutterschutzfrist ist der vom Arzt bescheinigte voraussichtliche Geburtstermin heranzuziehen. Das bedeutet, der Arbeitgeber hat von dem bescheinigten Termin sechs Wochen (= 42 Tage) zurückzurechnen, und acht Wochen (= 56 Tage) vorzurechnen. Der Geburtstermin zählt nicht mit. Die Mutterschaftsfrist erstreckt sich also über 42 + 1 + 56 = 99 Tage.</p> <p>Kommt das Baby früher als errechnet zur Welt, ändert sich an dem errechneten Zeitraum nichts. Die Tage, die von den sechs Wochen vor der Geburt nicht in Anspruch genommen werden konnten, verfallen nicht, sondern werden an die acht Wochen nach der Geburt „drangehängt“.</p> <p>Liegt der tatsächliche Geburtstermin später als der errechnete, hat die Frau trotzdem Anspruch auf die vollen acht Wochen nach der Geburt. Die Krankenkasse teilt in der Regel den tatsächlichen Termin mit, und bestätigt auch eine eventuelle Verlängerung. Trotzdem sollte man als Arbeitgeber von der Mitarbeiterin die Geburtsurkunde verlangen, damit die Abrechnung entsprechend belegt werden kann. Handelt es sich um eine Frühgeburt oder um Mehrlingsgeburten, verlängern sich die Mutterschaftsfrist um weitere vier Wochen. Gerade bei Frühgeburten empfiehlt es sich mit der Krankenkasse Rücksprache zu halten, da es dazu genaue Definitionen zu Schwangerschaftswoche gibt.</p> <h3>Mutterschaftsgeld</h3> <p>Um zu gewährleisten, dass Frauen während der Mutterschaftsfrist keine finanziellen Einbußen zu erleiden haben, gibt es das Mutterschaftsgeld. Genau genommen setzt es sich aus zwei Teilen zusammen – dem Mutterschaftsgeld und dem Zuschuss zum Mutterschaftsgeld.</p> <p>Das Mutterschaftsgeld beläuft sich auf maximal 13 € pro Kalendertag und wird von der Krankenkasse der Beschäftigten bzw. vom Bundesversicherungsamt bezahlt.</p> <p>Der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld wird vom Arbeitgeber bezahlt. Er berechnet sich aus dem durchschnittlichen Nettoarbeitsentgelt der letzten drei Monate abzüglich des Mutterschaftsgeldes. Einmalige Zahlungen bleiben bei der Berechnung außen vor, das gleiche gilt für Lohnminderungen aufgrund Kurzarbeit. In diesen Fällen hat der Arbeitgeber ein fiktives Nettoentgelt zu ermitteln, dass er dann für die Berechnung des durchschnittlichen Nettoentgelts heranzuziehen hat.<br /> Dieser Zuschuss ist sowohl steuer- als auch sozialversicherungsfrei.</p> <p><em>Beispiel für die Berechnung:</em><br /> Beginn Mutterschutzfrist 10.07., letzter abgerechneter Monat ist demnach Juni</p> <p>Als Basis für die Berechnung des durchschnittlichen Nettoentgelts werden die Nettoentgelte der Monate April, Mai und Juni herangezogen. Diese betrugen: 1400 € + 1600 € + 1750 € = 4750 €.<br /> Das Mutterschaftsgeld wird immer in Kalendertage gerechnet, daher ist das Gesamtentgelt durch die jeweiligen Kalendertage zu rechnen, also: 30 (April) + 31 (Mai) + 30 (Juni) = 91 Tage<br /> Es ergibt sich ein durchschnittliches Nettoarbeitsentgelt von 4.750 €: 91 Tage = 52,20 €<br /> Von diesem Tagesentgelt ist der tägliches Satz von 13 € abzuziehen, so dass sich ein Zuschuss von 39,20 € errechnet.</p> <p>Für den Juli hat der Arbeitgeber also 22 Kalendertage x 39,20 € = 862,40 € steuer- und sozialversicherungsfrei zu bezahlen. Hinzu kommt noch das reguläre Entgelt bis einschließlich 09.07., das selbstverständlich wie üblich abgerechnet werden muss.</p></div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span lang="" about="/index.php/user/21" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Thilo Klemm</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Sam, 25.08.2012 - 13:59</span> <section class="field field--name-comment field--type-comment field--label-above comment-wrapper"> <h2 class="title comment-form__title">Neuen Kommentar hinzufügen</h2> <drupal-render-placeholder callback="comment.lazy_builders:renderForm" arguments="0=node&amp;1=94&amp;2=comment&amp;3=comment" token="2tmngiNG-EW7H0lXIF0A4fGR99wKDMkXAtGRvEZoY8w"></drupal-render-placeholder> </section> Sat, 25 Aug 2012 11:59:53 +0000 Thilo Klemm 94 at http://www.buchhalterprofi.de